Geschichte Nordeuropas

Promotionsprojekte

Dissertations-Projekt von Tobias Delfs M.A. 

"Lebenswelten protestantischer Indienmissionare"

Sowohl die Dänisch-Englisch-Hallesche Indienmission als auch diejenige der Herrnhuter Brüdergemeine hatten mit sich in den 1770er Jahren noch massiv verschärfenden Schwierigkeiten zu kämpfen. Hierzu gehörte auch der Umgang mit dem Fehlverhalten von Missionaren in Indien. In diesem Projekt wird (1.) versucht, die Probleme und Zwänge, mit denen Missionare (und auch andere Europäer) in ihren Lebenswelten konfrontiert waren, zu rekonstruieren, um (2.) ihre Handlungsspielräume, auch angesichts der Reaktionen der fernen Missionszentralen, zu beleuchten. Ein Hauptaugenmerk wird dabei auf die in Indien Marginalisierten aus Europa zu legen sein. Durch die Konzentration auf das Fehlverhalten dieser Akteure und ihre Lebenswelten wird eine lineare und teleologische Perspektive auf die europäische Expansion nach Asien, deren Teil auch Missionare waren, zugunsten von Diversität und Fragilität in Frage gestellt. Gerade in Akteuren wie ihnen spiegelt sich die eigentliche Brüchigkeit und Widersprüchlichkeit der sich weltlich oder geistlich herrschaftlich gerierenden Institutionen. Sie verweisen auf die interne Vielfalt eines expandierenden Europas; auf soziale Schichtungen und Distinktionen wie auch auf vielfältige diskursive und normative Ordnungen, die ihrem Verhalten zugrunde lagen oder es definierten. 

Betreuung durch Prof. Dr. Jörg Fisch (Universität Zürich), Prof. Dr. Sven Trakulhun (Universität Zürich) und Prof. Dr. Martin Krieger (Universität Kiel)

 

Dissertations-Projekt von Katrin Leineweber M.A.

"Soziale und kulturelle Integration schwedischer Einwanderer in Seattle ab 1850"

Das Promotionsvorhaben trägt den Arbeitstitel „Die Integration schwedischer Einwanderer in Seattle / King County ab 1850“, wobei vor allem die Bereiche Kultur und soziales Leben betrachtet werden. Die Arbeit setzt sich zum Ziel, den vermuteten soziokulturellen Wandel einer Gruppe von schwedischen Einwanderern in einer amerikanischen (Groß-)Stadt an der Pazifikküste der USA vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges zu erarbeiten. Das Projekt beschäftigt sich sowohl mit der Frage nach der Bewahrung beziehungsweise Konstruktion schwedischer Identität als auch mit der Suche nach Faktoren, die eine eventuelle „Amerikanisierung“ der Gruppe zur Folge gehabt haben könnten, wobei die Kriterien, nach denen ein „Amerikaner“ um 1900 definiert wurde, berücksichtigt werden. Desweiteren will die Arbeit die Bedeutung schwedischer Einwanderer für den Aufbau und die Entwicklung einer neuen Stadt am Pazifik erarbeiten.