Regionalgeschichte mit Schwerpunkt Schleswig-Holstein

Abgeschlossene Projekte

Buchprojekt 150 Jahre Kreise in Schleswig-Holstein [abgeschlossen 09/2017]

1867 wurden im Zuge einer umfassenden Verwaltungsreform unter preußischer Ägide erstmalig flächendeckend Kreise in Schleswig-Holstein etabliert, die bis zum heutigen Tag als wichtige Verwaltungsebene nicht wegzudenken sind. Aus Anlass der 150jährigen Wiederkehr dieses für die Kommunalpolitik und Verwaltungsgeschichte Schleswig-Holsteins wichtigen Ereignisses erarbeitet ein Team von Autorinnen und Autoren unter der Leitung von Prof. Dr. Oliver Auge im Auftrag des Schleswig-Holsteinischen Landkreistages sowie in enger Abstimmung mit den einzelnen Kreisen eine Festschrift, die im Herbst 2017 der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt werden soll.

Literatur:

  • 125 Jahre Kreise in Schleswig-Holstein, hrsg. vom Schleswig-Holsteinischen Landkreistag. Mit Beitr. von Carl-August Conrad und Alfons Galette, Neumünster 1992.

 

Abschlusspublikation:

  • Auge, Oliver (Hrsg.) im Auftrag des Schleswig-Holsteinischen Landkreistages: Vom preußischen Erlass zum kommunalpolitischen Zukunftsprojekt: 150 Jahre Kreise in Schleswig-Holstein. Festgabe zum Jubiläum am 22. September 2017, Kiel 2017.

 

Wissenschaftliche Expeditionen und Forschungsreisen des 19. und 20. Jahrhunderts aus transnationaler Perspektive [abgeschlossen 05/2017]

(Martin Göllnitz (M.Ed.), Prof. Dr. Oliver Auge)

Das Forschungsvorhaben beschäftigt sich mit den wissenschaftlichen Expeditonen und Forschungsreisen des 19. und 20. Jahrhunderts, wobei schwerpunktmäßig englische, deutsche und dänische Unternehmungen – wie die Challenger-, Plankton- und Galathea-Expedition – in den Blick genommen werden. Zugleich sind in dem Projekt ausgesprochen vielfältige historische Bereiche zu bearbeiten – zu thematisieren sind sowohl Ozeane und Nebenmeere, Kontinente und Städte als auch Akteure und Gemeinschaften. Das zentrale Anliegen des Projekts ist die bewusste, konzeptionelle Pluralisierung von Forschungsreisen unterschiedlichster akademischer Disziplinen, deren wissenschaftliche Sujets ebenso facettenreich wie vielfältig motiviert waren. Wissenschaftspolitik spielt dabei eine wesentliche Rolle; ebenso jedoch figurieren Wissensgeschichte, kulturelle Konstruktionen und die Sehnsucht nach Abenteuern als relevante Felder.

Eine mit Bedacht weitgefasste Definition von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern schärft dabei den Blick für längerfristige Entwicklungen. Epochal liegt eine Konzentration auf das entwicklungsreiche 19. und das von politischen Umbrüchen geprägte 20. Jahrhundert vor. Mithilfe einer transnationalen Perspektive soll darüber hinaus gewährleistet werden, dass gesellschaftliche Akteure, die über Ländergrenzen hinweg agieren, nicht in einer nationalen "black box" verschwinden. Die Geschichte der Expeditions- und Forschungsreisen soll derart aus den Fängen der Meistererzählungen gelöst und zugleich komplexer, komplizierter, bunter gestaltet werden.

 

Abschlusspublikation:

Auge, Oliver/Göllnitz, Martin (Hrsg.): Mit Forscherdrang und Abenteuerlust. Expeditions- und Forschungsreisen Kieler Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen im 19. und 20. Jahrhundert (Kieler Werkstücke Reihe A: Beiträge zur schleswig-holsteinischen und skandinavischen Geschichte Bd. 49), Frankfurt am Main u.a. 2017. 

 

Vorarbeiten

Göllnitz, Martin: Expeditions- und Forschungsreisen als Karrieresprungbrett? Norddeutsche Wissenschaftler als Teilnehmer der Galathea-, Challenger- und Plankton-Expedition, in: Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte 141 (2016), S. 235-265.

Auge, Oliver/Göllnitz, Martin: Kieler Professoren als Erforscher der Welt und als Forscher in der Welt: Ein Einblick in die Expeditionsgeschichte der Christian-Albrechts-Universität, in: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. 350 Jahre Wirken in Stadt, Land und Welt, hrsg. von Oliver Auge, Kiel/Hamburg 2015, S. 949-972.

Die Geschichte der Kieler Studierenden(funktionäre) im Nationalsozialismus [abgeschlossen 03/2017]

(Martin Göllnitz (M.Ed.), Prof. Dr. Oliver Auge)

Ziel des von Martin Göllnitz bearbeiteten Forschungsvorhabens ist es, die Handlungsmöglichkeiten jungakademischer Funktionäre in den Jahren zwischen 1927 und 1945 aufzuzeigen. Untersucht werden zu diesem Zweck die Biographien und Gestaltungsoptionen der 39 männlichen Studierendenführer der Kieler Universität, die zwischen der Etablierung der Kieler NS-Hochschulgruppe im Jahr 1927 und dem Zerfall des NS-Regimes im Jahr 1945 der Kieler Studentenschaft, dem örtlichen Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund (NSDStB) oder der schleswig-holsteinischen Gaustudentenführung vorstanden. Dies soll auf dem Weg einer Analyse der ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen sowie ihres Habitus geschehen, wobei angenommen wird, dass sich in einer Generation Gemeinschaften und Gruppen bilden. Deren innerer Zusammenhalt resultiert aus bestimmten Merkmalen wie generationeller Abgrenzung, habitueller Homologie, Zeiterlebnissen und -erfahrungen, die wiederum Aufschluss über ein spezifisches politisches Weltanschauungsprofil geben. Dieses Vorgehen erscheint geboten, weil diese Funktionselite der mittleren Ebene bislang in der Forschung als verlängerter Arm der Parteispitze oder nationalsozialistischer Hochschulpolitiker angesehen wird, ohne dass es dazu bisher Untersuchungen gegeben hätte. Der Vorstellung, bei den Akteuren habe es sich um eine von außen gesteuerte Gruppe gehandelt, welche ihre Befehle aus der Münchener Parteileitung oder den Berliner Ministerien erhielt, ist bislang nicht in ausführlicher Weise nachgespürt worden. In der vorliegenden Arbeit werden erstmalig die Handlungsmöglichkeiten studentischer NS-Funktionäre ausgeleuchtet, deren Anliegen die Eroberung und Kontrolle der Hochschule, die Neubildung des Studentenwesens und die Beförderung der eigenen politischen Karriere waren.

 

Abschlusspublikation (Dissertationsschrift):

Göllnitz, Martin: Der Student als Führer? Handlungsmöglichkeiten eines jungakademischen Funktionärskorps am Beispiel der Universität Kiel (1927-1945) [erscheint voraussichtlich 2018 in der Reihe "Kieler Historische Studien" beim Jan Thorbecke Verlag in Ostfildern].


Vorarbeiten:
Auge, Oliver/Göllnitz, Martin: Die Christian-Albrechts-Universität und ihre Geschichtsschreibung, in: Christiana Albertina 78 (2014), S. 35-58.

Göllnitz, Martin: Der Student als Führer. Eine Projektskizze zur Rolle der Kieler Studierenden in der Zeit des Nationalsozialismus, in: Mitteilungen der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte 88 (2015), S. 59-63.

Göllnitz, Martin: "Hier schweigen die Musen" - Über die erfolgten Schließungen und geplanten Aufhebungen der Christiana Albertina, in: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. 350 Jahre Wirken in Stadt, Land und Welt, hrsg. von Oliver Auge, Kiel/Hamburg 2015, S. 260-276.

Die Fürstinnen des Landes zwischen Macht und Schicksal [abgeschlossen 02/2017]

(Prof. Dr. Oliver Auge, Melanie Greinert (M.A.))

Das Projekt widmet sich den Fürstinnen Schleswigs und Holsteins, deren politische, kulturelle sowie dynastische Rolle in den bisherigen Darstellungen zur Landesgeschichte kaum Aufmerksamkeit fand. Mittels umfangreicher Recherchen in regionalen wie auch überregionalen Museen, Bibliotheken und Archiven und der systematischen Durchsicht von Literatur- und Quellenmaterial werden vielfältige Informationen zu den Landesherrscherinnen im Zeitraum von 1550 bis 1800 gewonnen, die nach neuesten wissenschaftlichen Kriterien erfasst und ausgewertet werden. Anhand der konkreten Lebensumstände wie Herkunft und Alltag, den umfangreichen Beziehungs- und Kommunikationsnetzwerken sowie den unterschiedlichen Handlungsmöglichkeiten werden exemplarisch das Selbst- und Rollenverständnis der Fürstinnen im höfischen Raum und ihr Agieren in der kulturellen wie auch politischen Praxis analysiert. Die Ergebnisse zeigen die mögliche Bedeutsamkeit bzw. Einflussnahme weiblicher Patronage für die regionale Sozial- und Kulturgeschichte auf und lassen Rückschlüsse auf Persönlichkeiten zu, deren Darstellung erstmalig im Rahmen des Projekts der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird und ein differenziertes Bildnis der Fürstinnen des Landes ermöglicht.

Abschlusspublikation (Dissertationsschrift):

Greinert, Melanie: Teilhabe an dynastischer Herrschaft zwischen Unterordnung und Selbstbehauptung - Handlungsspielräume frühneuzeitlicher Fürstinnen am Beispiel der Herzoginnen von Schleswig-Holstein-Gottorf (1564-1721).


Literatur:
Auge, Oliver/Henningsen, Lars N./Lubowitz, Frank/Schwensen, Broder (Hgg.): Macht und Schicksal. Acht Herrscherinnen des Nordens aus acht Jahrhunderten (1200–2000) / Mellem magt og skæbne. Otte herskerinder i norden fra otte århundreder (1200–2000) (Große Schriftenreihe der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, 78), Handewitt 2013.

Festschrift zum 350-jährigen Bestehen der CAU zu Kiel (1665–2015) [abgeschlossen 10/2015]

(Prof. Dr. Oliver Auge, Nadine Albers)

Im Jahr 2015 feiert die Kieler Christian-Albrechts-Universität ihr 350-jähriges Bestehen. Das Präsidium der CAU hat die Abteilung für Regionalgeschichte mit der Aufgabe betraut, aus diesem Anlass eine Festschrift herauszugeben. Diese soll keine chronologische Institutionengeschichte nach dem Muster älterer Universitäten liefern, sondern den Charakter eines Sammelbandes um relevante Schwerpunktthemen tragen, die das Leben und Wirken der Universität in der Stadt Kiel, im Land Schleswig-Holstein und in der Welt in der Vergangenheit und Gegenwart offenbar werden lassen. Zahlreiche kompetente Autorinnen und Autoren aus den verschiedensten Fachbereichen Universität wirken an diesem Publikationsvorhaben mit.

Kieler Gelehrtenverzeichnis 1919-1965 [abgeschlossen 09/2015]

(Prof. Dr. Oliver Auge, Swantje Piotrowski M.A., Martin Göllnitz (M.Ed.), Lisa Kragh (B.A.), Thomas Griskiewitz (B.A.), Karen Bruhn (B.A.), Ricarda Richter)

Das Projekt Kieler Gelehrtenverzeichnis – Kieler Professorinnen und Professoren von 1919 bis 1965 – ist eine Online-Sammlung biographischer Daten über alle Kieler Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer, die zwischen 1919 und 1965 an der Christian-Albrechts-Universität gelehrt haben. Seit Mai 2010 wurde in Vorbereitung auf das Universitätsjubiläum im Jahr 2015 an der Abteilung für Regionalgeschichte des Historischen Seminars auf der Grundlage vertiefter Archivrecherchen an der detaillierten Rekonstruktion der Lebens- und Karriereverläufe gearbeitet. Dank der erfolgreichen interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Geschichtswissenschaft und Informatik (AG Kommunikationssysteme, Institut für Informatik) konnten somit in einer ersten Phase 13.5000 Lebensstationen und ca. 1.000 Kieler Professorinnen und Professoren zwischen 1919 und 1965 online dokumentiert werden. Auf der Basis des im Semantic Web frei zur Verfügung gestellten Datenmaterials sind für künftige Studien und Forschungsvorhaben sowie für einen Blick in die vielfältige Personengeschichte der Universität unterschiedlichste Zugänge möglich. Das Kieler Gelehrtenverzeichnis – welches in seiner ersten Phase mit dem Ende des Universitätsjubiläums 2015 erfolgreich abgeschlossen wurde –  liefert somit einen zentralen Baustein zur Erschließung der neueren Wissenschafts- und Universitätsgeschichte.

 

http://gelehrtenverzeichnis.de/

 

Weiterführende Literatur:

Auge, Oliver/Piotrowski, Swantje (Hrsg.): 32 exzellente Köpfe aus 350 Jahren CAU. Ein studentisches Projekt, Kiel 2015.

Auge, Oliver/Piotrowski, Swantje (Hrsg.): Gelehrte Köpfe an der Förde. Kieler Professorinnen und Professoren in Wissenschaft und Gesellschaft seit der Universitätsgründung 1665 (Sonderveröffentlichungen der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte, 73), Kiel 2014.

Auge, Oliver/Piotrowski, Swantje (Gasthrsg.): Jahrbuch für Universitätsgeschichte 16 (2013), S. 143-339 [Schwerpunkt: Professorenkataloge 2.0 – Ansätze und Perspektiven webbasierter Forschung in der gegenwärtigen Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte].

Göllnitz, Martin: Das 'Kieler Gelehrtenverzeichnis' in der Praxis. Karrieren von Hochschullehrern im Dritten Reich zwischen Parteizugehörigkeit und Wissenschaft, in: Jahrbuch für Universitätsgeschichte 16 (2013), S. 291-312.

Göllnitz, Martin: Forscher, Hochschullehrer, Wissenschaftsorganisatoren: Kieler Professoren zwischen Kaiserreich und Nachkriegszeit, in: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. 350 Jahre Wirken in Stadt, Land und Welt, hrsg. von Oliver Auge, Kiel/Hamburg 2015, S. 498-527.

Volbehr, Friedrich/Weyl, Richard (Hrsg.): Professoren und Dozenten der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel: 1665–1954, Kiel 1956.

Wiegand, Otto Friedrich (Hrsg.): Bibliographie zur Geschichte der Christian-Albrechts-Universität Kiel, 2. Bde., Kiel 1964–1981.

Städtische Gemeinschaft und adlige Herrschaft in der mittelalterlichen Urbanisierung ausgewählter Regionen Zentraleuropas [abgeschlossen 11/2013]

(Prof. Dr. Oliver Auge, Nina Kühnle M.A.)

Lange Zeit hat sich die historische Forschung der Geschichte nur der „großen“ Städte gewidmet, was in unserem Raum nicht zuletzt die Hansestädte meint. Erst in jüngerer Zeit wird auch die Geschichte der kleineren städtischen Kommunen, der sog. Klein- und Mittelstädte, erforscht, die bislang ganz im Windschatten der Großstädte standen.

In Zusammenarbeit mit dem Kieler Lehrstuhl für Sozial‐ und Wirtschaftsgeschichte (Prof. Dr. Gerhard Fouquet) und durchaus im weiteren Rahmen des Projektes „Fürsten und Hanse“ wird in diesem Vorhaben des Kieler Lehrstuhls für Regionalgeschichte das Verhältnis städtischer Gemeinschaften zur fürstlichen Herrschaft im Kontext der mittelalterlichen Urbanisierung untersucht. Als Vergleichsobjekte dienen dabei die Klein‐ und Mittelstädte Schleswig‐Holsteins und Württembergs.


Vorarbeiten:
Auge, Oliver: Kongruenz und Konkurrenz: Württembergs Residenzen im Spätmittelalter, in: Rückert, Peter (Hg.): Der württembergische Hof im 15. Jahrhundert (Veröffentlichungen der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden‐Württemberg, Reihe B, 167), Stuttgart 2006, S. 53-74.

Ders.: Zu Entstehung und Entwicklung der ländlichen Gemeinde im westlichen Tirol und angrenzenden Räumen bis zum Ausgang des Mittelalters, in: Loose, Rainer (Hg.): Von der Via Claudia Augusta zum Oberen Weg. Leben an Inn und Etsch. Westtirol und angrenzende Räume von der Vorzeit bis heute (Schlern‐Schriften, 334), Innsbruck 2006, S. 193-211.

Ders.: Genese und Struktur der Dorfgemeinde, in: Lorenz, Sönke/Zotz, Thomas (Hgg.): Spätmittelalter am Oberrhein. Alltag, Handwerk und Handel 1350–1525 (Aufsatzband zur Großen Landesausstellung Baden‐Württemberg in Karlsruhe), Stuttgart 2001, S. 515-522.

Ders.: Stadtwerdung in Tirol. Ansätze, Ergebnisse und Perspektiven vergleichender Stadtgeschichtsforschung, in: Loose, Rainer/Lorenz, Sönke (Hgg.): König, Kirche, Adel – Herrschaftsstrukturen im mittleren Alpenraum und angrenzenden Gebieten (6.–13. Jahrhundert), Lana 1999, S. 307-364.

Veranstaltungen:
Mittler zwischen Herrschaft und Gemeinde. Die Rolle von Funktions- und Führungsgruppen in der mittelalterlichen Urbanisierung Zentraleuropas (H-Soz-U-Kult).

Workshop: Mittelalterliche Urbanisierung. Akteure – Räume – Prozesse (Bericht: H-Soz-U-Kult )



Im November 2013 erfolgreich abgeschlossen.