Regionalgeschichte mit Schwerpunkt Schleswig-Holstein

„Kleine Fürsten“ im Alten Reich. Strukturelle Zwänge und soziale Praktiken im Wandel

Tagung vom 15. bis 17. April 2016 [H-Soz-u-Kult] | Bilder

Tagungsort
Landesarchiv Sachsen-Anhalt, Abteilung Dessau
Heidestr. 21
06842 Dessau-Roßlau


Anmeldung und Kontakt

Verbindliche Anmeldungen für Tagung (mit oder ohne Exkursionsteilnahme) bis 15. März 2016 erbeten an:

Abt. für Regionalgeschichte
CAU zu Kiel, Historisches Seminar
Leibnizstr. 8, 24098 Kiel
Tel.: 0049-431880-3199 bzw. -2293
sekretariatrg@histosem.uni-kiel.de

Eine Tagungsgebühr wird nicht erhoben. Für die Teilnahme an der Exkursion ist ein Unkostenbeitrag von 25 Euro zu entrichten.

Tagungsleitung:
Prof. Dr. Oliver Auge, Dr. Jan Brademann, Dr. Gerrit Deutschländer, Prof. Dr. Michael Hecht in Zusammenarbeit mit der Historischen Kommission Sachsen-Anhalt

Information

Die Spätmittelalter- und Frühneuzeitforschung hat sich in den letzten Jahren vermehrt einer Sozial- und Kulturgeschichte des Adels zugewandt. Dabei ist eine bestimmte Gruppe dem systematisierenden Blick der Historiker bislang weitgehend entgangen: die relativ große Zahl von „kleinen“ Reichsfürsten. Charakteristisch für sie ist, dass sie einerseits den fürstlichen Rang mit den größeren und mächtigen Fürsten teilten, dass sie jedoch andererseits hinsichtlich ihrer ökonomischen Basis und ihres machtpolitischen Gewichts eher Gemeinsamkeiten mit den Reichsgrafen, den Reichsrittern und zuweilen sogar dem mediaten Adel aufwiesen.

Ziel der Tagung ist es, zum einen das in letzter Zeit spürbare Interesse an fürstlicher Herrschaft jenseits der großen Dynastien zu bündeln und in einer komparativen Perspektive zu diskutieren, zum anderen über den heuristischen Wert von „Kleinheit“ bei der Beschäftigung mit der reichsständischen Gesellschaft nachzudenken. In fünf Sektionen werden Handlungsspielräume und Zwänge kleiner Fürsten vornehmlich anhand von Fallbeispielen des 14. bis 18. Jahrhunderts untersucht. Damit geraten spezifische Akteure und kommunikative Situationen, aber auch längerfristige Änderungen der inneradligen Ordnungsarrangements in den Blick.

Die Tagung findet in Dessau, der wichtigsten ehemaligen Residenz des Fürstenhauses Anhalt statt, das geradezu paradigmatisch für das Phänomen kleiner Fürsten im Alten Reich stehen kann. Veranstalter der Tagung sind Prof. Dr. Oliver Auge (Kiel), Dr. Jan Brademann (Dessau), Dr. Gerrit Deutschländer (Halle) und Prof. Dr. Michael Hecht (Münster) in Zusammenarbeit mit der Historischen Kommission für Sachsen-Anhalt. Gastgeber ist das Landesarchiv Sachsen-Anhalt, Abteilung Dessau.

Vorläufiges Tagungsprogramm


Freitag, 15. April 2016

13.00 - 13.15 Uhr
Grußworte


Sektion I: Einführung: Kleinheit und Größe

13.15-13.30 Uhr
Begrüßung und Einleitung: „Kleine Fürsten“ im Alten Reich. Strukturelle Zwänge und soziale Praktiken im Wandel
Prof. Dr. Oliver Auge (Kiel)/Dr. Jan Brademann (Dessau)/Dr. Gerrit Deutschländer (Halle)/Prof. Dr. Michael Hecht (Münster)

13.30-14.15 Uhr
Große Fürsten – kleine Fürsten: Kriterien der Zuordnung
Prof. Dr. Karl-Heinz Spieß (Greifswald)

14.15-15.00 Uhr
Klein trifft auf Groß. Anhaltiner und andere „kleine“ Fürsten auf Reichsversammlungen und Reichstagen
Prof. Dr. Oliver Auge (Kiel)

15.00-15.45 Uhr
Fürst Franz von Anhalt-Dessau. Handlungsspielräume eines kleinen Reichsfürsten
Prof. Dr. Andreas Pečar (Halle)

15.45-16.30 Uhr
Pause

 

Sektion II: Größe gewinnen und verlieren

16.30 - 17.15 Uhr
Plötzlich groß! Symbolische Repräsentationsstrategien Friedrichs I. von Hohenzollern anlässlich seines Aufstiegs zum Kurfürsten 1415
Dr. des. Katrin Bourrée (Bochum)

17.15 - 18.00 Uhr
Ein aussichtsloser Kampf? Die Herzöge von Sachsen-Lauenburg und die Kurwürde
Franziska Hormuth M.A. (Kiel)

18.00 - 18.45 Uhr
Groß und Klein, Alt und Neu. Konjunkturen kaiserlicher Fürstungen und die Reaktion der Reichsfürsten
Dr. Vinzenz Czech (Potsdam)

19.30 Uhr [Öffentlicher Abendvortrag]
„Kleine“ Frauen für „kleine“ Fürsten? Das Problem der unstandesgemäßen Ehen im deutschen Fürstenstand der Frühen Neuzeit
Prof. Dr. Michael Sikora (Münster)


Samstag, 16. April 2016

Sektion III: Größe zeigen

08.30 - 09.15 Uhr
Kleine Fürsten im Spiegel der Heraldik betrachtet an Beispielen des nord- und mitteldeutschen Raums
Dr. Ralf-Gunnar Werlich (Greifswald)

09.15 - 10.00 Uhr
Herrschaftsrepräsentation im Übergang vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit. Das Beispiel der Markgrafen von Baden
Dr. Heinz Krieg (Freiburg)

10.00 - 10.45 Uhr
Von der Ungleichrangigkeit des Gleichrangigen. Einblicke in das Tagebuch des Fürsten Victor Friedrich von Anhalt-Bernburg (1700-1765)
Dr. Jan Brademann (Dessau)

10.45 - 11.15 Uhr
Pause


Sektion IV: Kleinheit und Verwandtschaft

11.15 - 12.00 Uhr
Neue Handlungsperspektiven im Süden? Zur (heirats-)politischen Ausrichtung Heinrichs II. von Braunschweig-Grubenhagen und seiner Nachfahren auf den Mittelmeerraum
Frederieke Schnack (M.A.) (Kiel)

12.00 - 12.45 Uhr
Kontinuität und Wandel im Konnubium der Herzöge von Schleswig-Holstein-Gottorf in der Frühen Neuzeit
Melanie Greinert M.A. (Kiel)

12.45 - 14.30 Uhr
Mittagspause

14.30 - 15.15 Uhr 
Verwandtschaft und Patronage: Kleine Fürsten im Fürstendienst
Dr. Michael Hecht (Münster)

 

Sektion V: Kleine geistliche Fürsten

15.15 - 16.00 Uhr
Hochstift und Reichsverband - Zum Selbstverständnis geistlicher Herrschaft
Dr. Andreas Schmidt (München)

16.00 - 16.30 Uhr
Pause

16.30 - 17.15 Uh
Prinzessin, Äbtissin, Fürstin. Möglichkeiten und Grenzen frühneuzeitlicher Stiftsherrschaft
Dr. Teresa Schröder-Stapper (Essen-Duisburg)

17.15 - 18.00 Uhr
Fürsten von Anhalt als Bischöfe von Merseburg
Dr. Gerrit Deutschländer (Halle)

18.00 - 19.00 Uhr
Schlussdiskussion



Sonntag, 17. April 2016

Busexkursion nach Plötzkau, Bernburg und Köthen (mit Führungen)