Aktuelles

Vorbereitung der Bachelor- und Masterarbeit:

 

Studierende, die überlegen, ihre Bachelorarbeit bei Frau Lingelbach zu schreiben, werden gebeten, bereits möglichst früh, etwa ein halbes Jahr vor dem Einreichungstermin, in Frau Lingelbachs Sprechstunde zu kommen.


Studierende, die ihre Masterarbeit von Frau Lingelbach betreuen lassen wollen, nehmen bitte noch frühzeitiger einen Sprechstundentermin in Anspruch.

 

Sprechstunden in der vorlesungsfreien Zeit:

 

Prof. Dr. Gabriele Lingelbach:

Donnerstag 13.2. 14.00-15.00 Uhr
Montag 2.3. 15.00-16.00 Uhr
Montag 30.3. 15.00-16.00 Uhr

Carolin Liebisch-Gümüş:

Do. 6.2. 10.00-12.00 Uhr
Do.13.2. 10.00-12.00 Uhr
Do. 20.2. 10.00-12.00 Uhr
Do. 27.2. 10.00-12.00 Uhr
Do. 5.3. 10.00-12.00 Uhr
Do. 12.3. 10.00-12.00 Uhr

Dr. Britta-Marie Schenk:

nach Vereinbarung per E-Mail

Pia Schmüser:

nach Vereinbarung per E-Mail

Dr. Michael Seelig:

Anmeldung per E-Mail

Do. 13.2. 14.00-15.00 Uhr
Do. 20.2. 13.00-14.00 Uhr
Mi. 26.2. 12.00-13.00 Uhr
Mi. 4.3. 12.00-13.00 Uhr

 

Aufforderung zur Einreichung von Papers für eine Tagung, die der Lehrstuhl Lingelbach in Kooperation mit dem Deutschen Historischen Institut in London 2020 ausrichtet:

 

Family & Disability. Comparing British and German Histories of Care for the Disabled

18-20.2.2021, Deutsches Historisches Institut London, 17 Bloomsbury Square, London WC1A 2NJ, Vereinigtes Königreich

Einreichungsfrist: 15.1.2020

Die Pflege durch Alter sowie Behinderung beeinträchtigter Menschen war und ist eine zentrale Herausforderung in allen Gesellschaften. Ein bedeutender Teil der Sorgearbeit fand dabei stets in der Familie statt und prägte darüber deren Alltag und soziale Praktiken. Dabei sind alltägliche Care-Tätigkeiten seitens der verschiedenen Familienmitglieder eingefügt in private Aushandlungsprozesse, gesellschaftliche Anerkennungsökonomien und sozialstaatliche Rahmungen. Bisher hat aber die geschichtswissenschaftliche Forschung die Frage nach dem exakten Verhältnis dieser drei Einflüsse darauf, wer wann und wie in der Familie Pflege gab, an sich zuließ oder aber zurückwies noch nicht ausreichend beantwortet. Noch ist wenig darüber bekannt, wie familiäre Pflegesettings entstanden sind und wie sich die familiäre Verteilung von Sorgeaufgaben im Falle von Behinderung wandelte. Diese von der Fritz-Thyssen-Stiftung geförderte Tagung will daher in einer Synthese von Disability History, Care History und Familiengeschichte Einflussfaktoren auf häusliche Pflegearrangements vergleichend gewichten. Dies soll zum einen epochenübergreifend geschehen, um den Wandel familiärer Pflegeformen darzustellen. In diesem Zusammenhang soll auch diskutiert werden, ob durch die Berücksichtigung von „Behinderung“ die in der Forschung zurzeit gängigen Phaseneinteilungen der Familiengeschichte überdacht werden sollten. Zum anderen soll auch synchron zwischen Deutschland und Großbritannien verglichen werden, um nationale Spezifika herausarbeiten zu können. Auf der Grundlage der Vorträge soll u.a. erörtert werden, ob britisch-deutsche Unterschiede in der familiären Sorgearbeit in der Neuzeit bereits auf divergierende vormoderne Versorgungsstrukturen oder konfessionelle Praktiken rekurrierten oder erst die Genese moderner Sozialstaatlichkeit diese verursachte.

Erbeten werden daher sowohl Vortragsvorschläge mit mediävistischer oder frühneuzeitlicher Schwerpunktsetzung als auch solche zur Entwicklung im 19. und 20. Jahrhundert, die sich mit der deutschen und/oder der britischen familiären alltäglichen Pflege beeinträchtigter Menschen bzw. mit den diesbezüglichen politischen und wissenschaftlichen Debatten sowie medialen Repräsentationen befassen.

Auf der Tagung wird die Frage nach nationalen Konturen häuslicher Pflegearrangements einerseits auf die Wechselwirkungen von Familienkonstellationen und Behinderung zugespitzt. Somit sollen nicht nur Entwicklungslinien konkreter Pflegepraktiken untersucht werden. Vielmehr ist geplant, die Folgen einer auftretenden Behinderung für das Selbstverständnis mehrgenerationaler Gemeinschaften umfassend zu untersuchen. Dies schließt nicht nur die Familiendefinitionen, Lebensentwürfe und Zugehörigkeitsgefühle ihrer Mitglieder, sondern auch Fremdwahrnehmungen mit ein. Gewannen zum Beispiel Akteure jenseits der Kernfamilie an Legitimität durch Care-Arbeit an beeinträchtigten Menschen? Dem Ansatz der Disability History verpflichtet, wird Behinderung dabei nicht als individuelle, medizinisch definierte Eigenschaft, sondern als Produkt kontingenter soziokultureller Zuschreibungen und Praktiken verstanden. Vertreterinnen und Vertreter dieses in Deutschland wie Großbritannien weiterhin jungen Forschungsfeldes betonen, dass die Lebenslagen einzelner Gruppen behinderter Menschen nicht zuletzt von der gesellschaftlichen Akzeptanz ihrer jeweiligen Beeinträchtigung und der damit einhergehenden Legitimierung der Dringlichkeit ihres Pflegebedarfs abhingen. Die Annahme, dass die Gepflegten dabei rein passive Sorgeempfänger waren, soll jedoch, einem der Hauptanliegen der Disability History folgend, hinterfragt werden. Wir begrüßen daher Einsendungen, die wandelnde Aufmerksamkeitskonjunkturen für verschiedene Gruppen behinderter Menschen sowie deren Handlungsspielräume bei der Annahme und Ausgestaltung von Pflegeformen ausloten.

Anderseits soll die Aufmerksamkeit auf die geschlechts- und generationsspezifischen Verteilungen häuslicher Pflegetätigkeiten gelenkt werden. Vor allem die inkludierenden und exkludierenden Effekte familiärer Sorgearbeit an behinderten Menschen stehen hier im Vordergrund. Insbesondere wird nach Ursprüngen und früheren Ausprägungen der Tendenz zur Übernahme von Sorgetätigkeiten durch Mütter, Töchter und andere weibliche Angehörige gefahndet. Ist es zuvorderst der moderne Sozialstaat, dessen an Erwerbsarbeit orientierte Unterstützungssysteme eine Verrichtung von zeitintensiven Pflegetätigkeiten durch weibliche Familienmitglieder wahrscheinlicher machte? Oder sind es vielmehr durch Behinderung verstärkte, aber bereits etablierte Aufgabenverteilungen und gesellschaftlich wirksame Geschlechterkonzepte, die weibliche Care-Tätigkeiten für Familien unabdingbar und unhinterfragbar erscheinen ließen? Doch auch hier soll über die Praxisebene hinaus auf politische Rahmungen und mediale wie wissenschaftliche Verhandlungen dieser Tätigkeiten geblickt werden. Zu klären ist hier auch, ob die häusliche Pflege behinderter Menschen in der Öffentlichkeit anders verhandelt wurde als durch die betroffenen Familien selbst. Wir erbitten Beiträge, die geschlechtsbedingte und andere innerfamiliäre Bruchlinien bei der Verteilung von Pflegetätigkeiten hervorheben und ihre Kontexte differenzieren.

Exposés (Umfang: etwa 500 Wörter) mit einem kurzen Lebenslauf erbitten wir bis zum 15.1.2020 an die folgenden zwei Email-Adressen: lingelbach@histosem.uni-kiel.de; c.hodenberg@ghil.ac.uk.

Die Tagung soll auch Nachwuchshistorikerinnen und Nachwuchshistorikern die Möglichkeit geben, ihre Forschungsergebnisse zu präsentieren und zu diskutieren. Die Konferenzsprache ist Englisch. Eine (englischsprachige) Publikation ausgewählter Beiträge ist vorgesehen. Reise-, Unterbringungs- und Verpflegungskosten werden für alle Vortragenden übernommen.

Für nähere Auskünfte stehen die beiden Veranstalterinnen der Tagung gern zur Verfügung.

Kontakt

Prof. Dr. Gabriele Lingelbach,Historisches Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, lingelbach@histosem.uni-kiel.de

Prof. Dr. Christina von Hodenberg, Deutsches Historisches Institut London, c.hodenberg@ghil.ac.uk

 

Projekt zur Geschichte von Familien mit behinderten Angehörigen in der DDR für BMBF-Förderung ausgewählt

Teilprojekt für Förderung in Höhe von 200.000 Euro für drei Jahre ausgewählt

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat das Verbundprojekt „DisHist“ zur Geschichte von Menschen mit Behinderung in der DDR zur Förderung ausgewählt. Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel  (Prof. Dr. Sebastian Barsch; Prof. Dr. Gabriele Lingelbach) kooperiert mit der Kieler Stiftung Drachensee  (Dr. Jan Wulf-Schnabel) sowie der Universität der Bundeswehr München (Dr. habil. Elsbeth Bösl). Das prospektive Gesamtfördervolumen beträgt 676.897,14 €, das von Prof. Dr. Gabriele Lingelbach geleitete Teilprojekt zur Geschichte von Familien mit behinderten Angehörigen in der DDR wurde für eine Förderung in Höhe von 200.000€ ausgewählt.

Für weitere Informationen zur Vergabe der Verbundprojekte zur DDR-Geschichte:

https://www.bmbf.de/de/wissensluecken-ueber-die-ddr-schliessen-6346.html

https://www.bmbf.de/files/Forschungsverb%C3%BCnde%20DDR.pdf

 

DFG-Förderung für Projekt zur Geschichte von westdeutschen Familien mit behinderten Angehörigen zwischen 1945 und den 1980er Jahren

Förderung in Höhe von € 171.350 Euro für drei Jahre

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Förderung des Projektantrags „, Behinderte‘ Familien? Aufgabenverteilung und Rollenzuweisungen im Alltag westdeutscher Familien mit behinderten Angehörigen zwischen 1945 und den 1980er Jahren“ bewilligt.  Dem Projekt unter der Leitung von Prof. Dr. Gabriele Lingelbach stehen während der dreijährigen Förderperiode Mittel in Höhe von € 171.350 Euro zur Verfügung.

Weitere Informationen zum Projekt

 

 

Neue Veröffentlichungen:

 

 

Gabriele Lingelbach (Hg.): Disability History (= Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 70, Heft 1/2, 2019) (Themenheft)

Obwohl die neue Sozial- und Kulturgeschichte seit ihren Anfängen minderprivilegierten Gruppen der Gesellschaft große Aufmerksamkeit gewidmet hat, erstreckt sich dieses Interesse bis in die Gegenwart meist nicht auf Behinderungen physischer oder psychischer Natur. Erst mit großer Verspätung wurde diese Ungleichheitskategorie zum Gegenstand systematischer historischer Studien, was angesichts der beträchtlichen Verbreitung von Behinderungen geradezu erstaunlich wirken muss. Vor diesem Hintergrund eröffnen die neuen Ansätze der Disability-Forschung ein viel versprechendes Forschungsfeld, das in historischer Perspektive nicht zuletzt auch deswegen weiterführend erscheint, weil darüber die massenhaften Folgen von dauerhaften oder temporären Behinderungen im Gefolge von Kriegen, Seuchen und Krankheiten, Mangelernährung sowie anderen Krisen neu vermessen werden können.

Link zur Ausgabe

 

Gabriele Lingelbach / Moritz Glaser (Hgg.): Tourismusgeschichte (= Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 69, Heft 3/4, 2018) (Themenheft)

Dieses Heft führt in die unterschiedlichen geschichtswissenschaftlichen Forschungsansätze zur Geschichte des Tourismus ein und stellt die globalgeschichtliche Perspektive als Innovation für dieses Forschungsfeld dar. Gerade Fragen nach grenzüberschreitenden Wahrnehmungen, Wechselwirkungen und Rückkopplungseffekten lassen sich anhand des Untersuchungsgegenstandes 'Tourismus' besonders gut in den Blick nehmen. Sie versprechen einerseits ein vertieftes Verständnis für globale, transnationale und translokale Interaktionen. Andererseits bieten sie auch die Möglichkeit, den etablierten Forschungsstand zur Tourismusgeschichte zu hinterfragen.

Link zur Ausgabe

 

Zwei Studenten und eine Tasse KaffeeGabriele Lingelbach / Alexa Klettner (Hgg.): Blindheit in der Gesellschaft. Historischer Wandel und interdisziplinäre Zugänge

Infolge der wachsenden Zahl blinder und sehbehinderter Menschen ist der Verlust des Gesichtssinns heute von großer medizinischer und gesellschaftlicher Bedeutung. Dieser interdisziplinär angelegte Band erweitert die aktuelle Debatte um eine historische Tiefendimension: Gefragt wird unter anderem danach, welche Vorstellungen über Menschen mit Sehbehinderungen in früheren Gesellschaften existierten und wie sich die Lebenslagen der Betroffenen und die Behandlungsmethoden von Blindheitserkrankungen wandelten.

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Zwei Studenten und eine Tasse KaffeeJan Stoll: Behinderte Anerkennung? Interessenorganisationen von Menschen mit Behinderung in Westdeutschland seit 1945

Menschen mit Behinderungen waren nie ausschließlich Objekte von Sozialpolitik, Wissenschaft und Gesellschaft. Auch in der Bundesrepublik sind sie als selbstbestimmte Akteure zu begreifen: Sie schlossen sich in Interessenorganisationen zusammen und vertraten eigene Vorstellungen von Eingliederung und Integration. In Organisationen wie den Kriegsopferverbänden der Nachkriegszeit, den Elternvereinigungen der 1960er-Jahre - wie der "Lebenshilfe für das geistig behinderte Kind" - sowie der Behindertenbewegung der 1970erund 1980er-Jahre prägten sie das gesellschaftliche Bild von "Behinderung" und sozialstaatliche Maßnahmen mit.

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Zwei Studenten und eine Tasse KaffeeSebastian Schlund: "Behinderung" überwinden? Organisierter Behindertensport in der Bundesrepublik Deutschland (1950-1990)

Der Sport behinderter Menschen gerät meist nur während der Paralympics in den Fokus der Öffentlichkeit. Sebastian Schlunds Buch eröffnet - auch abseits dieses Großereignisses - Einblicke in die Geschichte des Behindertensports in Deutschland zwischen der Zeit der Weltkriege und der "Wiedervereinigung". Die Studie zeigt die Entwicklung des Phänomens von einer Therapiemaßnahme für Kriegsversehrte zu einer selbstbestimmten Freizeitaktivität. Dieser Prozess war von Debatten um die Integration behinderter Menschen sowie von Konflikten um die Gleichbehandlung aller Menschen mit Behinderung geprägt.

Für diese Dissertation wurde Sebastian Schlund 2017 mit dem Deutschen Studienpreis der Körber-Stiftung in der Sektion Geistes- und Kulturwissenschaften ausgezeichnet.

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