Promotionsprojekt

Von Lüderitzbucht nach Berlin und darüber hinaus: Eine Globalisierungsgeschichte der Diamanten aus dem kolonialen Namibia, 1908-1931

Ein Jahr nach der zufälligen Entdeckung reicher Diamantenvorkommen in der Kolonie Deutsch-Südwestafrika erfolgten der Abbau, die Verarbeitung sowie der Verkauf der Diamanten entlang einer etablierten Warenkette: Von Lüderitzbucht wurden die Edelsteine über Hamburg nach Berlin transportiert, dort sortiert und vorrangig an Schleifereien in das belgische Antwerpen weiterverkauft. Zwischenhändler aus London, Amsterdam, Paris, Genf und New York kauften die nunmehr belgische Ware auf und veräußerten sie an Juweliere, welche die Diamanten als prachtvolle Schmuckstücke an die Verbraucher weiterverkauften. Dieser Warenkette widmet sich das Dissertationsprojekt und untersucht den Weg der im kolonialen Namibia gewonnenen Diamanten von der Förderstätte bis zum Konsumenten über einen 23-jährigen Zeitraum hinweg. Die zahlreichen Etappen, welche die Diamanten von der ersten Produktionsstätte über verschiedene Zwischenhändler bis hin zum Verkauf an den Endverbraucher genommen haben, sollen rekonstruiert werden und zugleich soll der Wandel analysiert werden, dem diese Warenkette unterlag. An den Schnittstellen von Global-, Kolonial- und Wirtschaftsgeschichte angesiedelt, zielt die Arbeit darauf ab, die Interessen und Handlungsmöglichkeiten der Hauptakteure – den eigentlichen Trägern der Warenkette – in den Blick zu nehmen und die zunehmenden Verdichtungen globaler Verflechtungen von Afrika über Europa bis nach Amerika aufzuzeigen.