Proseminar zur Geschichte der Neuzeit: Schleswig-Holstein und Dänemark zwischen Bürgerkrieg und demokratischer Volksabstimmung (Kurs A)

Inhalt

Wenn im Jahr 2020 das 100-jährige Jubiläum der Volksabstimmung und der bis heute bestehende deutsch-dänischen Grenze gefeiert wird, haben Dänemark und Schleswig-Holstein sehr unterschiedliche Perspektiven auf das Jahr 1920. Die Volksabstimmung war für viele Zeitgenossen eine verspätete Konsequenz des deutsch-dänischen Krieges von 1864 und des Prager Friedens von 1866. Dänemark feiert im Jahr 2020 die „Wiedervereinigung“ Nordschleswigs mit dem Königreich, in Schleswig-Holstein steht das Miteinander der Minderheiten im Vordergrund. Wie kam es im Jahr 1920 zu der friedlichen Abstimmung, wenn die Grenzregion im 19. Jahrhundert eher für kriegerische Auseinandersetzungen bekannt ist? Wir betrachten im Seminar die facettenreichen Beziehung Schleswig-Holsteins und Dänemarks, angefangen im Revolutionsjahr 1848, als im dänischen Gesamtstaat ein Bürgerkrieg um die Herzogtümer geführt wurde, bis zur Grenzziehung 1920, die heute vielfach als Muserlösung gesehen wird. Das Seminar bietet den Einstieg in wissenschaftliche Literatur und unterschiedliche Quellentypen wie Verträge, Briefe und Lebenserinnerungen. Neben der regelmäßigen aktiven Teilnahme und der kritischen Lektüre steht das eigenständige Verfassen einer wissenschaftlichen Hausarbeit im Zentrum des Proseminars.

Dozent(en)

Organisatorisches

Proseminar, 2 SWS
Zeit und Ort: Mo 9:30 - 11:45, LS1 - R.104b
vom 20.10.2019 bis zum 2.2.2020

Erwartete Teilnehmerzahl: 30

Literatur

Steen Bo Frandsen/Martin Krieger/Frank Lubowitz (Hgg.): 1200 Jahre deutsch-dänische Grenze. Aspekte einer Nachbarschaft (zeit+geschichte 28), Neumünster 2013.
Rainer Hering/Hans Schultz Hansen: 1864 – Menschen zwischen den Mächten / 1864 – Mennesker mellem magterne (Veröffentlichungen des Landesarchivs Schleswig-Holstein 108), Hamburg 2016.