Geschichte der Neuzeit

Die Stadt Kiel als Marinestandort seit dem Ersten Weltkrieg

Fördervolumen: circa € 4.000 (zur Verfügung gestellt vom Collegium Philosophicum der CAU Kiel)

Laufzeit: Oktober 2013 bis Oktober 2014


Die Entwicklung der Stadt Kiel ist in bedeutendem Umfang von der Tatsache geprägt, dass sich hier ein Marinestandort befindet. So ging Ende Oktober/Anfang 1918 von Kiel und dem hier erfolgten Matrosenaufstand die Novemberrevolution aus, die wenige Tage später zum Ende des Deutschen Kaiserreiches führte. Zunächst durch die Bestimmungen des Versailler Vertrages an Bedeutung verlierend, wurde die Kieler Stadtgeschichte mit dem Aufbau der Kriegsmarine ab 1935 wieder in bedeutendem Umfang durch die Anwesenheit der Flotte beeinflusst. Im Zuge der bundesrepublikanischen Wiederbewaffnung entstand 1956 das Marinestützpunktkommando Kiel, so dass seitdem wiederum sowohl die städtische Infrastruktur als auch die Beschäftigungsstruktur, die Art, die Ausrichtung und der Umfang vieler Unternehmen auf die Nachfrage und die Bedürfnisse der Marine und ihrer Mitarbeiter ausgerichtet sind. Ebenso ist die Bevölkerungsentwicklung Kiels zumindest teilweise durch die Anwesenheit von Marineangehörigen in der Stadt geprägt. Das Stadtbild inklusive der sich manifestierenden Memorialkultur in Form von Straßen- und Gebäudenamen sowie Denkmälern zeugen ebenfalls von der Präsenz der Flotte in der Stadt. Dieses Wechselverhältnis zwischen dem Auf- und Ausbau des Marinestandorts und der urbanen Entwicklung steht im Zentrum des Projekts: Untersucht werden soll, inwieweit und in welchen Bereichen sich die spezifische Entwicklung Kiels aus der Tatsache ableiten lässt, dass sich hier ein bedeutender Marinestandort befand.