Osteuropäische Geschichte

Dr. Sven Freitag, M.A.

Leibnizstr. 8, Raum 205
sven.freitag1@gmx.de

Vita

Geboren 1982 in Frankfurt am Main. 2002-2009 Studium der Osteuropäischen Geschichte (Hauptfach), Politischen Wissenschaft und Slavistik (Nebenfächer) an der CAU Kiel, 2006-2007 Studium an der Staatlichen Universität Irkutsk/ Russische Föderation. 2009 Studienabschluss, Thema der Magisterarbeit: Sowjetische Presseerzeugnisse zur Neulandkampagne (1954/55) und zum Bau der BAM (1974/75) im Vergleich, 2007-2009 Wissenschaftliche Hilfskraft in der Bibliothek des Historischen Seminars der CAU Kiel. 2010-2013 Promotion zum Thema Ortsumbenennungen in der Kaliningrader Oblast´ und der Sowjetunion.

2011-2013 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar für das von der ad infinitum Stiftung Lübeck geförderte Projekt Umbenennungsprozesse in der Kaliningrader Oblast´ in Zusammenarbeit mit der CAU, der Baltischen Föderalen Universität Kaliningrad und dem Staatlichen Archiv der Kaliningrader Oblast´. März 2012 Stipendiat des Deutschen Historischen Instituts in Moskau.

Forschungsschwerpunkte

Geschichte der Sowjetunion, Geschichte der Russischen Föderation

Promotionssprojekt

Ortsumbenennungen in der Kaliningrader Oblast´ (2013 abgeschlossen)

Mit Beendigung des Zweiten Weltkrieges in Europa wurde der Sowjetunion das nördliche Ostpreußen, das heutige Kaliningrader Gebiet zugesprochen. Teil des Aneignungsprozesses war die Umbenennung aller deutscher Ortsnamen in russisch-sowjetische. Ähnlich wurde mit den Flurnamen verfahren. Während mit den Umbenennungen eine im deutschen Sprachraum durch die baltischen Einflüsse einzigartige Namenlandschaft verschwand, wurde im russischen Sprachraum eine neue, ebenfalls einzigartige, Namenlandschaft geschaffen, welche die Möglichkeiten und Besonderheiten von Namensgebungsprozessen unter den Bedingungen des direkten Nachkriegsstalinismus im Großen und Ganzen bis zum heutigen Tage bewahrt.

Ziel des Projektes unter der Leitung von Prof. Dr. Ludwig Steindorff (Historisches Seminar der CAU Kiel) ist die Untersuchung der Vorgänge und Ergebnisse der Umbenennungsprozesse im Kaliningrader Gebiet. In Zusammenarbeit mit der Baltischen Föderalen Universität „Immanuel Kant“ (БФУ), dem staatlichen Archiv der Kaliningrader Oblast´ (ГАКО) und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) wird hierzu eine Datenbank mit den ehemaligen deutschen und heutigen russischen bzw. sowjetischen Orts- und Flurnamen der Kaliningrader Oblast´ zusammengestellt. Auf dieser Datenbank aufbauend wird eine Namenskonkordanz mit den ehemaligen deutschen und heutigen russisch-sowjetischen Anoikonymen und Oikonymen erstellt und ein Quellenband mit den wichtigsten Dokumenten zu den Ortsumbenennungen veröffentlicht werden. Gefördert wird das Projekt von der ad infinitum Foundation Lübeck über das Programm „Science and Research“ sowie der Mobilitätspartnerschaft des DAAD im Zuge der Kooperation der Universität Kiel und der Universität Kaliningrad.

Mitarbeiter des Projektes sind Olga Petešova (БФУ Калининград), Svetlana Čekina (ГАКО), Vitalij Mazlov (БФУКалининград) und Sven Freitag (Historisches Seminar CAU).

Publikationen

Monographie

Ortsumbenennungen im sowjetischen Russland. Mit einem Schwerpunkt auf dem Kaliningrader Gebiet (Kieler Werkstücke, Reihe F: Beiträge zur osteuropäischen Geschichte, 10). Frankfurt a.M. 2014.

Aufsätze

Sovetskaja pressa o kampanijach osvoenija zeliny (1954-1955 gody) i stroitel´stva Bajkalo-Amurskoj magistrali (1974-1975 gody): sravnitel´nyj analiz, in: Retrospektiva. Vsemirnaja istorija glazami molodyx issledovatelej, Vypusk 6, Kaliningrad 2011, S. 113-125.