Sebastian Balling, M.A.

wissenschaftlicher Mitarbeiter

Leibnizstraße 8, R. 119
Telefon: 0431-880-3403
sballing@histosem.uni-kiel.de

Sprechstunde im Wintersemester 19/20:

 nach Vereinbarung

Forschungsschwerpunkte/ Interessen

  •  Deutsche Mediengeschichte im 20. Jahrhundert
  • Geschichte des Nationalsozialismus
  • Historische Feindbildforschung
  • Disability History
  • Geschichte der DDR

Werdegang

  • 2009: Abitur
  • 2009: Zivildienst
  • 2010-2014: Studium der Geschichte und der Philosophie an der JGU Mainz (B.Ed.)
  • 2014-2017: Studium der Geschichte an der Universität Hamburg (M.A.)
  • 2017-2018: Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt für Erfolgreiches Lehren und Lernen (PerLe) an der CAU Kiel
  • Seit 11/2018: Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar der CAU Kiel

Promotionsprojekt

Sebastian Balling

Mediale Inszenierung von Behinderung in der DDR

 

Mediale Repräsentationen, Konstruktionen und Inszenierungen von Behinderung in der DDR sind bislang nur wenig erforscht. Das Projekt bearbeitet dieses Desiderat im Rahmen mediensoziologischer sowie kulturgeschichtlicher Perspektiven auf Behinderung.

Eine breite Quellenbasis an Medienprodukten aus den Bereichen Presse, Rundfunk, Film und Kunst wird durch Rückgriff auf Erkenntnisse der Disability History und der DDR-Mediengeschichtsforschung untersucht. Hierbei wird ein breiter Medienbegriff verfolgt, der auch privat oder durch Laien hergestellte Medien in den Blick nimmt.

Im Bereich der Medieninhaltsforschung wird methodisch auf die Diskursanalyse in Anlehnung an Michel Foucault sowie auf deskriptiv-quantifizierende Methoden der kommunikationswissenschaftlichen Forschung rekurriert. Zur Beantwortung des mediensoziologischen Themenkomplexes werden Methoden der Historischen Netzwerkforschung sowie der Mediennutzungsforschung herangezogen. Das Quellenmaterial wird insbesondere dahingehend befragt, welche Diskurse über Behinderung die DDR-spezifische Ausprägung des sozialistischen Realismus induzierte und wie diese Diskurse zur Konstruktion eigener, nicht-behinderter Identitäten genutzt wurden. Zugleich will das Projekt Ambivalenzen und Transformationen dieser Inszenierungen zwischen der stark gelenkten Medienberichterstattung über innen- wie außenpolitische Themen sowie popkulturellen und subkulturellen Medien ausmachen. Hierbei soll insbesondere die These untersucht werden, inwiefern die DDR-Gesellschaft Behinderung in ihren Medien lediglich über Integration durch Arbeit, Produktivität und Teilhabe am sozialistischen Menschenbild definierte. Im Rahmen einer vergleichenden Perspektive werden dabei jedoch nicht nur die medial-kulturellen Eigenheiten der Behinderungsdiskurse erforscht, sondern auch nach Gemeinsamkeiten mit den jeweiligen Inszenierungen in „Referenzgesellschaften“ wie der Bundesrepublik oder den sozialistischen Gesellschaften Osteuropas gefragt.

Darüber hinaus untersucht das Projekt die hinter den Medienprodukten stehenden Strukturen und Personen. Welche Akteure aus dem Bereich der Medienlenkung oder einzelnen Medienprodukten hatten maßgeblichen Anteil an der Produktion der Behinderungsdiskurse? Wie wurden diese Diskurse in der Auseinandersetzung mit dem „Westen“ politisch genutzt? Wieviel Einfluss hatten Menschen mit Behinderungen und Mediennutzer_innen an der Schaffung von Narrativen über Behinderung?

 

Das Forschungsprojekt ist Teil des BMBF-Verbundes DisHist. https://www.histories.uni-kiel.de/

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