Madita Baudach
Geschichtskulturelle Agency von Migrantisierten in machtkritischen historischen Bildungsangeboten.
Geschichtskulturelle Agency, verstanden als die Fähigkeit sozialer Akteure, Vorstellungen von Vergangenheit eigensinnig zu re-konstruieren und zu verändern, um partizipativ Geschichtskultur in der Gesellschaft zu gestalten (Yildirim 2024), unterliegt ungleichen Partizipations- und Zugangsvoraussetzungen, da die Vorstellung einer nationalen Abstammungsgesellschaft vorherrscht und in gesellschaftlichen Strukturen verankert ist (Kollender/ Kourabas 2020). Zum einen wird geschichtskulturelle Agency durch Migrantisierungsprozesse strukturell verhindert, andererseits werden beispielweise in der non-formalen Bildung auch Handlungsräume geschaffen; geschichtskulturelle Agency ist dementsprechend relational und dynamisch. Der Begriff ‚Migrantisierung' ist an das Verständnis von ‚Migranticization' (Dahinden 2025) angelehnt. Migrantisierung konzentriert sich auf den Zuschreibungs- und Konstruktionscharakter einer vermeintlichen Migrationserfahrung und zeigt außerdem auf, dass die Zuschreibung aktiv von außen passiert (ebd.).
Das Projekt fokussiert Bildungsangebote, die die strukturelle Verwehrung geschichtskultureller Agency herausfordern bzw. aufbrechen wollen und fragt danach, wie in non-formaler Bildung, die eine machtkritische historische Perspektive einnimmt, von Migrantisierten geschichtskulturelle Agency konstruiert wird. Dabei wird insbesondere ein Blick auf die Handlungsräume geworfen, die in machtkritischen historischen Bildungsangeboten geschaffen und/ oder verwehrt werden. Übergeordnete Ziele sind die Schärfung des Begriffs geschichtskultureller Agency und die Betrachtung der Auswirkungen von Migrantisierungsprozessen auf Bereiche der non-formalen Bildung.
Betreuung: Prof. Dr. Lale Yildirim
