Maria Woischwill
Geschichtskulturelle Agency im Spiel der Algorithmen.
Zur Konstruktion und Reflexion geschichtskultureller Agency von Lernenden in Social Media unter den Bedingungen simulierter Algorithmizität.
Soziale Medien sind längst zu einem zentralen Ort digitaler Geschichtskultur geworden. Geschichte(n) werden dort (re-)produziert, verbreitet, diskutiert und ausgehandelt. Das theoretische Partizipationspotenzial dieser Räume ist dabei erheblich. Niedrige Zugangshürden und die Auflösung klassischer Sender-Empfänger-Strukturen ermöglichen neue Formen geschichtskultureller Teilhabe.
Gleichzeitig sind soziale Medien hochgradig durch algorithmische Strukturen geprägt, die Sichtbarkeit und Teilhabe maßgeblich mitbestimmen und damit darüber entscheiden, welche historischen Narrationen gesellschaftliche Resonanz entfalten können.
Algorithmizität ist bisher kaum als geschichtsdidaktische Kategorie ausgearbeitet worden. Die Frage, was algorithmische Strukturen für historisches Denken und geschichtskulturelle Teilhabe bedeuten, ist weitgehend offen.
Das Promotionsprojekt zielt darauf ab, diese Lücke explorativ zu erschließen und das Konzept der geschichtskulturellen Agency für den digitalen Kontext theoretisch zu schärfen. Es fragt danach, wie Lernende ihre geschichtskulturelle Agency als historisch erzählende Subjekte in (simulierten) algorithmisch strukturierten Räumen wahrnehmen, konstruieren und reflektieren.
Betreuung: Prof. Dr. Lale Yildirim
