Pia Schmüser

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Leibnizstraße 8, R. 119
Telefon: +49 431 880-3403
schmueser@histosem.uni-kiel.de

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Lebenslauf

Seit 2018: Wissenschaftliche Mitarbeiterin im BMBF Verbundprojekt 'Menschen mit Behinderung in der DDR (DisHist), Teilprojekt 'Familien mit behinderten Kindern in der DDR' (Dissertationsprojekt)

 

2015-2018: Master-Studium der Neueren Geschichte und der Philosophie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Abschluss M.A.

 

2012-2015: Bachelor-Studium der Geschichte und der Philosophie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Abschluss B.A.

Forschungsschwerpunkte

  • Disability History
  • Geschichte der DDR
  • Familiengeschichte
  • Care History

Promotionsprojekt

Familien mit behinderten Kindern in der DDR

Der Alltag von ostdeutschen Familien mit behinderten Kindern stellt sowohl aus Perspektive der DDR-Geschichte und Disability History als auch der Familiengeschichte und Care History ein Forschungsdesiderat dar. Unter Rückgriff auf Ergebnisse dieser Ansätze will das Projekt diese Lücken schließen und analysieren, wie nicht-behinderte und behinderte Angehörige im familiären Rahmen auf behinderungsspezifische Probleme, Barrieren und Diskriminierungserfahrungen reagierten. Im Zentrum stehen hierbei Rollenverteilungen und Aufgabenzuweisungen, Aushandlungsprozesse und Konfliktmechanismen, Machthierarchien und Identitätskonstruktionen innerhalb der Familien und deren Wandel im Zeitverlauf. Gleichfalls in den Blick genommen werden dabei gesamtgesellschaftliche Entwicklungen politischer, sozialer und kultureller Natur als Hintergrund für den familiären Alltag sowie Rückkoppelungseffekte zwischen beiden Sphären, bspw. der zunehmende Ausbau staatlicher sozialpolitischer Maßnahmen, insbesondere im Heim- und Sonderschulwesen. Hierbei können gerade auch im Vergleich zur westdeutschen Entwicklung verschiedene zeitgenössische sowie von der DDR-Forschung formulierte Thesen und Konzepte am Fallbeispiel von Familien mit behinderten Kindern auf ihre Tragfähigkeit hin überprüft werden. Mit wieviel ‚Eigensinn‘ wurde beispielsweise auf die ‚Fürsorgediktatur‘ oder staatlich propagierte, ideologisch gefärbte Erziehungskonzepte reagiert? Schlugen sich die vergleichsweise hohe Frauenerwerbstätigkeit und frühe Pluralisierung von Familienkonzeptionen auch in Familien mit behinderten Kindern und etwa der dortigen Verteilung der Pflegearbeit nieder? In diesem Sinne will die Arbeit erstmals unter Berücksichtigung der sich wandelnden historischen Kontexte auf empirischer Basis die Situation Sorge gebender und Sorge empfangender Angehöriger in Familien mit behinderten Kindern in der DDR nachzeichnen und erklären.

Teilprojekt im Rahmen des vom BMBF finanzierten Vorhabens ‚Verbundprojekt: Menschen mit Behinderungen in der DDR (DisHist).‘

Publikationen

Artikel

Pflege als Alltagsphänomen. Familien behinderter Kinder in der Bundesrepublik und DDR, in: Deutschland Archiv Online, 03.12.2019 (zusammen mit Raphael Rössel). Zum Text  gedruckt erschienen in: Bundeszentrale für politische Bildung (Hg.): Deutschland Archiv 2019, Bonn 2020, S. 121-129. Zum Band

Tagungsberichte

Das Ende der Anstalt? Stationäre Großeinrichtungen, öffentliche Kritik und Deinstitutionalisierung seit den 1970er Jahren, 14.03.2019 – 15.03.2019 Münster, in: H-Soz-Kult, 05.07.2019. zum Text  erweiterte Fassung gedruckt erschienen als „Das Ende der Anstalt? Stationäre Großeinrichtungen, öffentliche Kritik und Deinstitutionalisierung seit den 1970er Jahren“, Münster 14.-15. März 2019, in: Westfälische Forschungen 69 (2019), S. 523-530.

Sozialismus als Erfahrung und Erinnerung. Junge Forschung im etablierten Feld – 16. Potsdamer Doktorand_innenforum zur Zeitgeschichte, 21.02.2019 – 22.02.2019 Potsdam, in: H-Soz-Kult, 23.04.2019. Zum Text

Vorträge

1971: From Ulbricht to Honecker - A Caesura in the GDR Disability History of Care and Education? Vortrag auf der Achten Jahreskonferenz der European Society for Disability Research (ALTER). Histories, Practices and Policies of Disability. International, Comparative and Transdisciplinary Perspectives an der Universität Köln, 06.09.2019.

Kurzvorstellung des BMBF-Verbundprojekts "Menschen mit Behinderungen in der DDR (DisHist)". Vortrag auf dem Workshop "Abnorme Persönlichkeiten" im Netz der Institutionen. Die Beurteilung von abweichendem Verhalten in der DDR, der BRD und der Schweiz, 1960-1980 am Institut für Geschichte der Medizin und Ethik der Medizin, Charité Berlin, 14.06.2019.

Presse/Öffentlichkeit

Öffentlicher Vortrag: „Behinderte“ Familien? Kinder mit Behinderungen und ihre Familien seit 1945. Holtenauer Spätschicht trifft Wissenschaft, 03.05.2019 (zusammen mit Raphael Rössel).

Lehre

WiSe 2019/20 – Aufbauseminar / Übung zur Geschichte der Neuzeit: Sozialpolitik in der DDR