Tobias Bracklow

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Leibnizstraße 8, Raum 116
Telefon: 0431-880 1842
bracklow@histosem.uni-kiel.de

Lebenslauf

seit 2026: Wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Projekt „Die Barriere(un)freiheit westdeutscher Städte. Die kommunalen ‚Behindertenpläne‘ der 1970er und 1980er Jahre im Spannungsfeld zwischen Betroffenenkritik, Expert*innendiskurs und kommunalen Entscheidungslogiken“
 

2023-2026: Masterstudium der Fächer Geschichte und Wirtschaft/Politik im Profil Lehramt an Gymnasien an der Christian-Albrechts Universität zu Kiel (Abschluss: M.Ed.)

 

2023-2026: Studentische bzw. wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für die Geschichte des 19.-21. Jahrhunderts, Prof. Dr. Gabriele Lingelbach

 

2020-2024: Bachelorstudium der Fächer Geschichte und Wirtschaft/Politik im Profil Lehramt an Gymnasien an der Christian-Albrechts Universität zu Kiel (Abschluss: B.A.)

 

2019-2020: Bundesfreiwilligendienst im Sport beim Rendsburger TSV

 

Forschungsschwerpunkte

  • Disability History
  • Geschichte der Barrierefreiheit
  • Stadtentwicklungspolitiken

Dissertationsprojekt

Die Barriere(un)freiheit westdeutscher Städte. Die kommunalen ‚Behindertenpläne‘ der 1970er und 1980er Jahre im Spannungsfeld zwischen Betroffenenkritik, Expert*innendiskurs und kommunalen Entscheidungslogiken
(Projektförderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft – DFG)
 

Seit den frühen 1970er Jahren rückte in der Bundesrepublik Deutschland die Frage der Barrierefreiheit als zentrale Voraussetzung sozialer Rehabilitation verstärkt in den Fokus öffentlicher, politischer und wissenschaftlicher Debatten. In diesem Zusammenhang wurde die gebaute Umwelt zunehmend als strukturelle Ursache gesellschaftlicher Exklusion identifiziert. Insbesondere Aktivist*innen der Behindertenbewegung prägten ein sozialkonstruktivistisches Verständnis von Behinderung als Resultat baulicher und gesellschaftlicher Barrieren. Entsprechend richtete sich Kritik vor allem gegen Defizite im Wohnungsbau, die mangelnde Zugänglichkeit öffentlicher Räume sowie Einschränkungen im öffentlichen Personennahverkehr. Die daraus resultierenden Reformimpulse führten schließlich zu verstärkten politischen und planerischen Aktivitäten und mündeten in zahlreichen Kommunen in der Entwicklung sogenannter ‚Behindertenpläne‘.

Vor diesem Hintergrund untersucht das Projekt anhand ausgewählter westdeutscher Städte, inwieweit gesellschaftliche Teilhabe für Menschen mit Behinderungen in den 1970er und 1980er Jahren durch gebaute Barrieren erschwert wurde und wann und warum welche gesellschaftlichen Akteursgruppen (und insbesondere die Betroffenen selbst) zum zumindest teilweisen Abbau der gebauten Barrieren beigetragen haben. Ziel ist zunächst aus einer alltagsgeschichtlichen Perspektive zu fragen, wie sich die gebaute Umwelt im Untersuchungszeitraum aus Sicht von unterschiedlich Betroffenen gestaltete und wandelte. Weiter richtet sich der Blick auf die Formen und Konsequenzen des selbstadvokatorischen Handelns betroffener Menschen, die ihre Interessen als aktive Subjekte artikulierten und in öffentliche sowie politische Aushandlungsprozesse einbrachten. Des Weiteren steht der Expert*innendiskurs, insbesondere von Architekt*innen sowie Stadt- und Verkehrsplaner*innen, im Fokus. Ergänzend dazu werden kommunale Reaktionen und politisches Handeln erforscht. Eine letzte Zielsetzung besteht darin, Konflikte, Interessendivergenzen und praktische Hindernisse im Zusammenspiel von Betroffenen, Expert*innen und kommunalen Institutionen anhand von Fallbeispielen mikrogeschichtlich auszuleuchten.