Zeitschriften in der DDR

Sozialismus, der Spaß macht.
Das Magazin in der DDR zwischen Anpassung und Eigensinn, 1954-1989

ein Forschungsprojekt von Lisa Städtler M.A.

Im Zentrum des Projekts steht die Unterhaltungszeitschrift Das Magazin, die in der Zeit der DDR von 1954 bis 1989 einmal monatlich erschien und bis heute verlegt wird. Die Auflage des Magazins lag nach der Gründung bei rund 150.000 Exemplaren und steigerte sich bis 1989 auf etwa 569.000 Ausgaben. Die Zeitschrift gehörte zu den beliebtesten Presseerzeugnissen der offiziellen DDR-Medienlandschaft und wird bis heute vielfältig erinnert. Der bisher existierenden Forschung zufolge habe Das Magazin stets die Waage zwischen der Verfolgung ideologischer Prämissen und einer gewissen inhaltlichen Leichtigkeit und Weltoffenheit gehalten. Deshalb sei sie während der gesamten Zeit ihres Bestehens in der DDR so erfolgreich gewesen (Badstübner 1999). Mithilfe des Magazins sollte „der Sozialismus […] den Menschen Spaß machen“ (Gebhardt 2002: 12), so der Gründungsauftrag der Zeitschrift.

Von der historischen Forschung fokussiert wurden bisher vor allem die Programmgeschichte des DDR-Fernsehens und -Radios sowie Tageszeitungen. Die Untersuchung von ostdeutschen Monatszeitschriften mit weniger offensichtlich politisch-agitatorischem Auftrag steht dabei noch aus. Hier setzt das Dissertationsprojekt an. Über eine Analyse der institutionellen, ebenso wie der individuellen Handlungs- und Gestaltungsräumen auf einer Mesoebene der offiziellen Presselandschaft der DDR – angesiedelt zwischen den Leitmedien und der Regionalpresse – wird dem Wechselverhältnis von (Partei-)Politik und Unterhaltung am Beispiel des Magazins nachgegangen.