Vorankündigung Summerschool

Sommerschule „Digital History – Neue Werkzeuge für Quellenerschließung und Textanalyse“

Stand 15.3.2021

Veranstalter: Angela Huang (FGHO) und Gerald Schwedler (CAU)

Datum: 23.8.2021–27.8.2021

Ort: online

Über die Sommerschule

Geschichtsforschende kommen nicht umhin, sich aktiv den vielfältigen Möglichkeiten und Methoden zuzuwenden, die sich durch die rasante Entwicklung im Bereich der Digitalisierung und künstlicher Intelligenz bieten. Digital Humanities bzw. Digital History verändern historisches Arbeiten derzeit in vielfacher Weise, eröffnen neue Arbeitsweisen und Zugänge zu Quellen und verändern klassische Bereiche der Geschichtswissenschaft. Gerade im Bereich der Handschriftenerkennung und Modellierung großer Datenvolumina sind jüngst deutliche Fortschritte gemacht worden. Hierzu wird in Zusammenarbeit des Historischen Seminars der CAU Kiel und der Forschungsstelle für Geschichte der Hanse und des Ostseeraums (FGHO) eine praxisorientierte Sommerschule angeboten. Weitere Kooperationspartner sind die UB der Universität Kiel, die DH Lehrstühle der Universitäten Bielefeld und Bern, das Universitätsarchiv Greifswald und die READ-COOP-SCE.

Gerade die Arbeit an der Originalquelle, die zahlreiche Kompetenzen erfordert, verändert sich. Für die Texterschließung, einen traditionellen Arbeitsbereich von Historier:innen und Archivar:innen, stehen nun digitale Werkzeuge bereit. Die Arbeit damit ist für Studierende und Forscher:innen aber teilweise noch Neuland. Digitales Transkribieren bzw. erste Schritte bei der Textaufbereitung hin zur digitalen Edition sind Möglichkeiten der Digital History, die wir in einem ersten Schritt den Teilnehmer:innen zusammen mit Kolleg:innen der READ-COOP-SCE (Transkribus) näherbringen wollen.

Ein weiterer Themenblock befasst sich mit neuen Möglichkeiten der Textanalyse: Was kann man mit derart digital aufbereiteten Texten dann machen? Natural Language Processing (NLP) verspricht in Zukunft auch ein anderes Lesen historischer Texte zu ermöglichen. Diese derzeit in den Digital Humanities ausgeloteten Potentiale von Software für die geschichtswissenschaftliche Arbeit testen und diskutieren wir im Rahmen der Sommerschule in Kooperation mit der Universität Bielefeld und der Universität Bern.

 

Die Sommerschule findet vom 23.-27.8.2021 online statt. Insgesamt wird über die Dauer der Sommerschule der Forschungsprozess von Historiker:innen digital nachvollzogen: Von der Auswahl und Aufbereitung der Quelle über die hier automatisierte Transkription bis hin zur Analyse des Textes. Gearbeitet wird mit den kostenfreien Werkzeugen Transkribus und nopaque. Die Sommerschulen-Tage bestehen immer aus drei Blöcken: Vormittags wird in das Tagesthema eingeführt und Inhalte vermittelt. In ersten, vorbereiteten Übungen können Teilnehmer:innen sich ausprobieren. Nachmittags wird gearbeitet und angewendet: Gerne auch an mitgebrachtem Material sowie an Material, das die FGHO/das HS der CAU bereitstellt, kann ausprobiert werden, was vormittags gelernt wurde. Der dritte Block stellt laufende Projekte vor. Hier können die Herausforderungen, Vor- und Nachteile und Potentiale der digitalen Arbeit mit den Quellen an konkreten Fallbeispielen reflektiert und diskutiert werden.

 

Eingeladen sind Studierende, aber auch Historiker:innen jeder Qualifikationsstufe, vom BA bis zur Professur, Archivar:innen und weitere Interessierte. Die Sommerschule ist konzipiert für 30-40 Teilnehmer:innen. Eine Bewerbung für die Teilnahme erfordert einen kurzen Lebenslauf (max. 1 A4) und ein maximal einseitiges Motivationsschreiben, das auch zu bereits bestehenden Vorkenntnissen sowie persönlichen Erwartungen bzw. eigenen laufenden Projekten Stellung nehmen sollte. Sollte der Wunsch bestehen, ein eigenes Projekt auch vorzustellen, dann bitten wir, dies ebenfalls im Motivationsschreiben anzusprechen. Die Bewerbungen sind einzureichen bis Mittwoch 30. Juni 2021 an hilfskraefte-wiso@histosem.uni-kiel.de.  

Weitere Informationen können Sie erfragen über gschwedler@histosem.uni-kiel.de und alhuang@fgho.eu.

 

Vorläufiges Programm

Montag 23.8.2021: Digital Humanities heute.

9.00–12.30 Einführung in die Sommerschule

„Was bedeuten Digital Humanities und Digital History für die Geschichtswissenschaft heute? Was motiviert uns zur Sommerschule?“ (Gerald Schwedler/Angela Huang)

Vorstellungsrunde Referent:innen/ Teilnehmer:innen

„Digital History: Wie Geschichte nach dem digital turn funktioniert (oder zumindest funktionieren sollte)“ (Silke Schwandt/Tobias Hodel)

14.00–16.30 Hintergründe und Vorbereitung

„READ-COOP-SCE und Transkribus: Hintergrund, Projekte und Produkte“ (Andy Stauder)

Vorstellung eLearning im digital learning lab der Universitätsbibliothek Kiel (Andreas Christ)

Installieren von Tools und Anlegen von Profilen

17.00–18.00 Projektpräsentation

„Hanse.Quellen.Lesen!“/Tagfahrten by FGHO (Angela Huang/Ole Meiners)

 

Dienstag 24.8.2021

9.00–12.30 Einführung in die Arbeit mit Transkribus

Transkribus-Basics (Johanna Walcher/READ-COOP-SCE)

14.00–16.30 Anwendung (READ-COOP-SCE)

Basic Transkribus: Übungen für Einsteiger und Fortgeschrittene

17.00–18.00 Projektpräsentation

„Anwendungsfälle aus large scale projects in Archiven, Tips & Tools für die Praxis“ (Dirk Alvermann)

Ab 18.00 virtueller Apéro

 

Mittwoch 25.8.2021

9.00–12.30 Transkribus II

„Transkribus Vertiefung: Expert Client und HTR“ (Sebastian Colutto/READ-COOP-SCE)

14.00–16.30 Anwendung (READ-COOP-SCE || Schwedler: Kirchenbaurechnungen)

Üben am eigenen Material

17.00–18.00 Projektpräsentation

“Schweizer Bundesarchiv: Bundesratsprotokolle 1848-1903 – eine Digital History-Projekt“ (Tobias Hodel)

„Digitale Editionen in der Lehre. Studierendenprojekte zu XML/TEI am Historischen Seminar der CAU Kiel.“ (Swantje Piotrowski)

 

Donnerstag 26.8.2021

9.00–12.30 Einführung in die digitale Textanalyse

„Texte durchschaubar machen: automatische Textverarbeitung mit der Plattform nopaque“ (Silke Schwandt)

14.00–16.30 Anwendung (Tobias Hodel/Silke Schwandt || Angela Huang: Rezesse)

Übungen an vorbereitetem Material (FGHO)

17.00–18.00 Projektpräsentation

Lino Wehrheim (Regensburg) „More than a Feeling: Ein Projekt zur Erhebung historischer Sentiment Daten an der Berliner Börse“.

 

Freitag 27.8.2021

9.00–10.30

Eigene Projekte vorstellen

10:30-11:30

Betreutes Training: Das Gelernte an eigenen Beispielen anwenden

12.00–13.00

Teilnahmebestätigung „T&T-Führerschein“, Feedback-Runde und Verabschiedung