Forschungsstelle "Geschichte und kulturelles Erbe der Klöster und Stifte im Ostseeraum bis zur Reformation"

Leitung: Prof. Dr. Oliver Auge

Mitarbeiterin und Koordination: Dr. Katja Hillebrand

Die Forschungsstelle Geschichte und kulturelles Erbe der Klöster und Stifte im Ostseeraum bis zur Reformation der Abteilung für Regionalgeschichte an der Christian-Albrechts-Universität widmet sich der interdisziplinären Aufarbeitung klösterlichen und stiftischen Lebens und Wirkens im Ostseeraum von den Anfängen im 9. Jahrhundert bis zur Auflösung der Institutionen im Zuge der Reformation.

Mönch

Abb. 1: Skulptur eines Dominikanermönche aus dem Burgkloster in Lübeck

 

Aufgaben

Die Forschungsstelle erarbeitet die Vielgestalt der Klöster, Stifte und Konvente und der dahinter stehenden religiösen Bewegungen im Ostseeraum anhand ihrer historischen Entwicklung, ihrer theologischen und kulturellen Entfaltung und Wirkung sowie ihrer Verfasstheit, Ordnung und Wirtschaftsweise. Dezidiert werden das religiöse und spirituelle Leben der geistlichen Institutionen erfasst, deren Stellung zur landesherrlichen und bischöflichen Politik erarbeitet und die engen lokalen Verflechtungen mit weiteren sozialen Gruppen in Form von Stiftungen und Memorialdiensten, Bildungsangeboten und karitativen Leistungen herausgestellt. Deutlich wird die wirtschaftliche Bedeutung der Institutionen, die nachhaltig den agrarökonomischen Ausbau der betreffenden Länder vorantrieben und dabei intensiv mit den sozialen Eliten kooperierten. Die bau- und stilgeschichtlichen Untersuchungen dokumentieren zum einen die engen Bezüge zur regionalen Architektur und zu heimischen Bauhütten und zum anderen den Einfluss, den die klösterlichen und stiftischen Großbauten auf die umliegende Bauentwicklung nahmen. Als Auftraggeber für die heimischen Werkstätten und Werkmeister nahmen die Klöster und Stifte aktiv teil am Kulturtransfer in diesem durch die Hanse geprägten Großraum rund um die Ostsee.

Zisterzienser

Abb. 2: Zisterzienserabtei in Løgum

Die Forschungsstelle arbeitet bei der Erforschung der monastischen Kultur eng mit weiteren Institutionen im Inland zusammen. Darüber hinaus hat sich ein internationaler Wissenschaftsaustausch und Arbeitszusammenschluss mit Forschungseinrichtungen in Dänemark, Schweden, Finnland und Polen sowie den Niederlanden entwickelt.

Im Rahmen der Tätigkeiten werden Vorträge und Exkursionen angeboten. Die Erstellung von Ausstellungen und die Kooperation mit kulturellen Einrichtungen bieten die Möglichkeit des WIssens- und Wissenschaftstransfers in die Öffentlichkeit. Darüber hinaus entstehen Publikationen für eine interessierte Leserschaft mit kulturhistorischer Ausrichtung. Auch erarebietet die Forschungsstelle zusammen mit Anbietern digitaler Wisensvermittlung Konzepte zur Bereitstellung von Inhalten und Informationen auf Internet-Seiten.

Chorstift Lübeck

Abb. 3: Tages- und Arbeitsraum im Augustiner-Chorfrauenstift Lübeck


Das Klosterregister/Klosterbuch Schleswig-Holstein und Hamburg

Im Zuge der Tätigkeiten an der Forschungsstelle entstand das reichbebilderte, zweibändige Klosterbuch Schleswig-Holstein und Hamburg, das im Oktober 2019 unter der Herausgeberschaft von Oliver Auge und Katja Hillebrand veröffentlicht wurde. Der Publikation ging eine 12-jährige Forschungsarbeit voraus, in der die Historie, das theologische Wirken, die Kloster- und Stiftskultur sowie die Wirtschaftsweise und die Verfasstheit der Institutionen in Schleswig-Holstein und Hamburg sowie im ehemalige Herzogtum Schleswig auf heute dänischem Staatsgebiet erstmals eine interdisziplinäre Bearbeitung fand. Der Betrachtungsraum reichte von den Anfängen monastischen und stiftischen Lebens im 9. Jahrhundert bis zur Aufhebung der behandelten Institutionen im Zuge der Reformation. Die weitreichenden Forschungsergebnisse zu jeder Niederlassung gingen ein in die 59 Einzelartikel des Klosterbuchs, die von einem internationalen Autorenteam erstellt wurden. 2020 wurde das Klosterbuch Schleswig-Holstein und Hamburg mit dem Preis der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte prämiert.

Eine Rezension zum Klosterbuch Schleswig-Holstein und Hamburg finden Sie hier

Eine weitere Rezension auf H-Soz-Kult und in der Historischen Zeitschrift finden Sie hier und hier

Eldena

Abb. 4: Ruine der Zisterzienserabtei Eldena

 

Das Klosterregister/Klosterbuch für Pommern

Seit Oktober 2020 widmet sich die Forschungsstelle einem neuen Projektschwerpunkt: dem Klosterregister/Klosterbuch für Pommern. Das Projekt ist auf 7 Jahre angelegt und wird in einem ersten Projektabschnitt, dem Klosterregister, die quellenkundliche Überlieferung, den Baubestand und die erhaltene sowie archivalisch überlieferte Sachkultur der 64 Klöster, Stifte, Konvente und Kommenden in der historischen Landschaft Pommern sammeln, dokumentieren und auswerten. Regional werden alle Institutionen im heutigen Vorpommern und in der Woiwodschaft Westpommern/województwo zachodniopomorskie bearbeitet. Diese erstmalige Bestandsaufnahme wird die vielfältigen Kontakte und engen Verbindungen Pommerns zu den weiteren Anrainerregionen der Ostsee verdeutlichen. Pommern partizipierte an einem sich ab dem 12. Jahrhundert festigenden Kultur- und Wirtschaftsraum rund um die Ostsee und prägte diesen durch die eigenen Entwicklungen und Errungenschaften entscheidend mit. An diesem Prozess hatten die geistlichen Orden und Gemeinschaften einen großen Anteil. Das Werden der historischen Landschaft Pommerns zeigt auf besondere Weise, die vielfältigen Wechselbeziehungen der Regionen im Ostseeraum.

 

Veranstaltungen

6. März 2020 Buchpräsentation des Klosterbuchs Schleswig-Holstein und Hamburg im Domgemeindehaus  Lübeck

24. Februar 2020 um 19.00 Uhr Buchpräsentation des Klosterbuchs Schleswig-Holstein und Hamburg im Preetzer Kloster

16. Oktober 2019 Erstpräsentation des Klosterbuchs Schleswig-Holstein und Hamburg in der Landesvertretung von Schleswig-Holstein in Berlin

9. Juni 2018 Informationsstand auf dem 2. Tag der schleswig-holsteinischen Geschichte

21. August bis 4. Dezember 2011 Ausstellung: Glauben, Wissen, Leben. Klöster in Schleswig-Holstein in der Landesbibliothek Kiel

4./5. November 2010  Tagung Klöster, Stifte und Konvente nördlich der Elbe. Zum gegenwärtigen Stand der Klosterforschung, in Schleswig-Holstein, Nordschleswig und den Hansestädten Lübeck und Hamburg in der Landesbibliothek Kiel (Tagungsbericht)

 

Veröffentlichungen

Das Klosterbuch für Schleswig-Holstein und Hamburg. Klöster Stifte und Konvente von den Anfängen bis zur Reformation, hg. von Oliver Auge und Katja Hillebrand, Schnell und Steiner-Verlag Regensburg 2019, 2 Bände, Hardcover, Fadenheftung, 1.600 Seiten, 1.088 zumeist farbige Abbildungen, Ladenpreis 120,00 €

1 

Klöster in Schleswig-Holstein, verfasst v. Oliver Auge und Katja Hillebrand, Wachholtz Murmann Publishers Kiel 2017,Hardcover, Fadenheftung, 136 Seiten, 134 zumeist farbige Abbildungen, Ladenpreis 24,80 €

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Klöster, Stifte und Konvente nördlich der Elbe. Zum gegenwärtigen Stand der Klosterforschung in Schleswig-Holstein, Nordschleswig und den Hansestädten Lübeck und Hamburg, hg. v. Oliver Auge u. Katja Hillebrand, (Quellen und Forschungen zur Geschichte Schleswig-Holsteins, Bd. 120), Wachholtz Verlag Neumünster 2013, Softcover, 436 Seiten, 59 s/w u. farbige Abbildungen, Ladenpreis 34,00 €

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Glauben, Wissen, Leben. Klöster in Schleswig-Holstein, hg. v. Jens Ahlers, Oliver Auge u. Katja Hillebrand, Kiel 2011, Hardcover, Fadenheftung, 328 Seiten, 277 zumeist farbige Abbildungen, Ladenpreis 32,00 €

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