"Belastetes Erinnern? Kieler Stadtgedächtnis kritisch beleuchtet" - Siebter Themenabend in Erinnerung an die Bücherverbrennung 1933 in Kiel (10. Mai 2024)

Themenabend 2024

Veranstalter: Abteilung für Regionalgeschichte mit Schwerpunkt Schleswig-Holstein der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Theater Kiel 

Ansprechpartnerin: Anne Krohn, M.Ed. (Historisches Seminar, Abteilung für Regionalgeschichte mit Schwerpunkt Schleswig-Holstein der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, akrohn@histosem.uni-kiel.de) 

Veranstaltungsort: Studio im Schauspielhaus Kiel, Holtenauer Straße 103, 24105 Kiel 

Am 10. Mai des Jahres 1933 marschierte ein Fackelzug von der Universitätsaula der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel zum zentralen Wilhelmplatz. Studierende, Professoren und weitere Anhänger des nationalsozialistischen Regimes errichteten einen Scheiterhaufen und verbrannten in dieser Nacht zahlreiche Bücher – der Höhepunkt der sogenannten „Aktion wider den undeutschen Geist“. Wie in vielen weiteren Städten fiel die von der Deutschen Studentenschaft aufgeführte „verbrennungswürdige“ Literatur auch in Kiel den Flammen zum Opfer. Nur kurz zuvor hatte der Kieler Philosophieprofessor Ferdinand Weinhandl auf einer Versammlung im vollbesetzten Auditorium seine Gefolgschaft mit martialischen Worten auf die Bücherverbrennung eingestimmt: „In einer Stunde wird die deutsche Studentenschaft ein Stück des Ungeistes der letzten vierzehn Jahre den Flammen übergeben.“ Ausgehend von den Ereignissen der Kieler Bücherverbrennung lädt die Abteilung der Regionalgeschichte der CAU in Zusammenarbeit mit dem Theater Kiel zu einem Themenabend ein – diesmal in die Räumlichkeiten des Schauspielhauses. Im Zentrum stehen die problematischen Biographien bestimmter historischer Akteure. Deren Andenken ist im Kieler Stadtbild noch immer präsent, wird aber aktuell intensiv diskutiert und hinterfragt.

Eintritt frei. Aufgrund des begrenzten Platzkontingents, bitte im Vorfeld Zählkarten an den Theaterkassen abholen. Es wird die Möglichkeit geben, Restkarten für die anschließende Aufführung des Stücks „LebensWert“ um 20:00 Uhr zu erwerben.

Programm

Die Veranstaltung beginnt um 17.00 Uhr

Begrüßung

Daniel Karasek, Generalintendant und Künstlerischer Leiter Schauspiel am Theater Kiel

Prof. Dr. Oliver Auge, Direktor der Abteilung für Regionalgeschichte der CAU

Grußworte

Claudia Ricarda Meyer, Kanzlerin der CAU

Prof. Dr. Malte Braack, Vorstandsvorsitzender des Studentenwerks SH

Der Rechtsmediziner Prof. Dr. Wilhelm Hallermann auf dem Prüfstand

Felicia E. Engelhard, M. Ed., Abteilung für Regionalgeschichte der CAU

Aus den Akten auf die Bühne

Jens Paulsen, Chefdramaturg am Theater Kiel

Pause

Hinter den Namen. Die Polizeiangehörigen hinter den drei Gedenktafeln in der Kieler Blumenstraße

Dr. Laura Potzuweit, Abteilung für Regionalgeschichte der CAU

Die Organisation des Polizeigedenkens 1954 und 1966

Dr. Ulrich Erdmann, Abteilung für Regionalgeschichte der CAU

Schlußwort

Dr. Johannes Rosenplänter, Leiter der historischen Institute der Landeshauptstadt Kiel

Den Veranstaltungsflyer finden Sie hier.