Landrecht digital. Das Beispiel Dithmarschen im späten Mittelalter. Edition sowie historische und linguistische Analyse

(Leitung: Prof. Dr. Oliver Auge, Prof. Dr. Michael Elmentaler, Mitarbeiter: Samuel Wüsten, M.A., Bennet Rippert, M.A.)

Das Dithmarscher Landrecht gilt als Ausnahmequelle einer Ausnahmeregion. Die 1447 erfolgte Kodifizierung des bis dahin mündlich tradierten Gewohnheitsrechts stellt einen besonderen Vorgag innerhalb der Geschichte des Landrechts dar. Obwohl die Dithmarscher historich mit diesem Landrecht ihren territorialen Freiheits- sowie Selbstverwaltungsanspruch geltend machten und dieser Rechtstext fortwährend ergänzt sowie in den 1480er Jahren als auch 1567 revidiert wurde, findet sich in der geschichtswissenschaftlichen sowie sprachwissenschaftlichen Forschung keine umfassende, tiefergehende Erforschung sowie Edition dieses Landrechts wieder.

Jenes Forschungsdesiderat plant die neue Forschungsgruppe mit einer neuen digitalen Edition sowie anhängenden Promotionsarbeiten zu lösen. Die Gruppe aus zwei wissenschaftlichen Mitarbeitern und zwei Hilfskräften hat sich zum Ziel gesetzt, den Rechtstext des Dithmarscher Landrechts von 1447 sowie seine Revisionsstufen zu sammeln und innerhalb einer digitalen Edition zugänglich zu machen. Diese Edition setzt sich konkret zum Ziel, diese Ausnahme sowohl sprachwissenschaftlich als auch historisch detailliert zu untersuchen und im Einzelnen zu transkribieren, zu annotieren, in das Hochdeutsche zu übersetzen und linguistisch wie historisch zu kommentieren und darüber hinaus in den übergeordneten Kontext des spätmittelalterlichen Landrechts einzuordnen. Deshalb wird dieses Projekt von der Abteilung für Regionalgeschichte mit Schwerpunkt Schleswig-Holstein und dem Lehrstuhl für deutsche Sprachwissenschaft mit dem Schwerpunkt Niederdeutsche Sprache und Literatur der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel gemeinsam bearbeitet. Ermöglicht und gefördert wird dieses Projekt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Die Leitung des Projekts liegt bei Prof. Dr. Oliver Auge, Abteilung Regionalgeschichte, und Prof. Dr. Michael Elmentaler, Lehrstuhl für Niederdeutsche Sprache und Literatur. Die zuständigen wissenschaftlichen Mitarbeiter sind Samuel Wüsten, M.A., Abteilung Regionalgeschichte mit Schwerpunkt Schleswig-Holstein, sowie Bennet Rippert, M.A., Lehrstuhl für Niederdeutsche Sprache und Literatur, unterstützt von der studentischen Hilfskraft Aaron Gielsdorf.

Referenzliteratur:

  • Oliver Auge/Jutta Müller (Hg.): Das Dithmarscher Landrecht von 1447. Kontext, Inhalt, Vergleich (Kieler Werkstücke, Reihe A: Beiträge zur schleswig-holsteinischen und skandinavischen Geschichte) [i. Vorb.].