Prof. Dr. phil. Thomas Riis

Telefon: +4538873677
th.riis@email.uni-kiel.de

WICHTIGE INFORMATION:

Ab dem 1. Januar 2015 werde ich keinen Arbeitsplatz im Historischen Seminar haben und werde daher meine letzte Sprechstunde am Mittwoch 17. Dezember 10-11 Uhr halten. Auch werde ich künftig keine Prüfungen übernehmen, aber werde natürlich schon angemeldete Promotionsarbeiten weiterhin betreuen. Ich bin ab dem 1. Januar nur privat erreichbar: C.F.Richsvej 101 B, DK - 2000 Fredericksberg; Email: th.riis@email.uni-kiel.de oder Thomas.riis@freenet.de .

 

Projekte

Dissertationen

Paläographie

 

Wissenschaftlicher Werdegang 



 
1959  Neusprachliches Abitur, Kopenhagen   
1968  Magister Artium an der Universität Kopenhagen   
1977  Doctor philosophiae an der Universität Odense   
1969-1977 Wissenschaftlicher Angestellter am Historischen Institut, Universität Kopenhagen   
1977-1979 Assistent am Europäischen Hochschulinstitut Florenz   
1979-1980 ebenda als Associate Professor   
1980-1981 Reisestipendium der Carlsberg-Stiftung, Kopenhagen zu Archivstudien über den Handel Nordsyriens im 19. Jh.   
1981-1984 Carlsberg Research Fellow, Department of Scottish History, University of St. Andrews   
1985-1993 Mitherausgeber des Diplomatarium Danicum   
1993-1994 Lehrstuhlvertretung an der CAU   
1994 Berufung auf die Professur für Schleswig-Holsteinische Landesgeschichte  
2001-2006 Vorsitzender der Internationalen Kommission für Stadtgeschichte   
2006 Vorsitzender des Vereins Historians of the Northern Commonwealth   
2008 Pensionierung   


Mitgliedschaften

  • Scottish Medievalists (seit 1989)
  • Internationale Kommission für Stadtgeschichte (seit 1974)
  • Northern European Historical Research Network (seit 2003)

Arbeits- und Interessenschwerpunkte

  • Wirtschafts- und Sozialgeschichte
  • Geschichte der Armut
  • Stadtgeschichte

 

Lehrveranstaltungen von Herrn Prof. Dr. Riis im Wintersemester 2013/14


Geschichte der Armut nach etwa 1500

Dozent/in:
Prof. Dr. phil. Thomas Riis

Angaben:
Aufbauvorlesung, 2 SWS, Di 10:15 - 11:45, LS 8 – R. 225, ab 29.10.2013

Es mag verwundern, dass ein Historiker sich mit diesem Thema beschäftigt; der Grund ist, dass will man die Armut nachhaltig bekämpfen, muss man die Entwicklungsmöglichkeiten kennen, die langfristig zur Armut führen können. Aus diesem Grund werde ich versuchen, die Geschichte der Armut darzustellen.
Da die üblichen heutigen Definitionen der Armut diese in ihrem vollen Umfang nicht umfassen, werden wir eine neue Definition suchen, die für sowohl die Vergangenheit als auch die Gegenwart Gültigkeit hat Die langfristige Entwicklung der Armut wird erörtert, zeitgenössische Untersuchungen in Indien haben gezeigt, dass die Hungersnot die letzte Phase einer längeren ungünstigen Entwicklung bildet, eine Feststellung, die mit zahlreichen Beispielen bestätigt werden kann.
In der Wirtschafts-, Sozial- und Mentalitätsgeschichte bildet der Schwarze Tod (Mitte des 14. Jahrhunderts) den großen Umbruch. Der Arbeitskraftmangel wegen der Seuche führte in mehreren Ländern zur Einführung einer Arbeitspflicht und zu einer härteren Haltung  überhaupt den Armen gegenüber von Seiten der Nicht-Armen. Diese veränderte Einstellung ist keine Folge der Reformation, sondern erscheint schon um 1400 in Norditalien.
Das merkantilistische System sah zu Recht die Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung als Ressourcenverschwendung, die Beschaffung von Arbeit wurde daher Teil der Wirtschaftspolitik, in der Regel aber mit wenig Erfolg. Erst die Aufklärung begann einen erfolgreichen Kampf gegen die Armut, der auch heute als Vorbild vom Interesse wäre.Aber heute noch scheint die Armutsbekämpfung eher die Symptome zu  behandeln und weniger gegen die Ursachen der Armut zu gehen.


Empfohlene Literatur: Aspects of Poverty in Early Modern Europe I-III hrsg. Thomas Riis 1981-1990; Poverty, its Degrees, its Causes and its Relief - a Multidisciplinary Approach to an Urgent Problem hrsg. Thomas Riis & Mareike Hansen, Kiel 2009.