Professur für Geschichte der Frühen Neuzeit

 

 

white gelehrte Frau.jpgDaß aber diesem Geschlechte nicht nur die Kunst über die Herzen zu gebiethen eigen sey, sondern auch,daß das selbe ein Recht zur Gelahrheit habe, folgsam demselben der Weg zu den Wissenschaften nicht verleget sey, ist ein Satz: welcher durch eine gesunde Vernunft und viele Beweisthümer bestättiget wird. Denn solange die gütige Hand der Natur nicht ermüdet auch dem weiblichen Geschlechte dazu hinlängliche Gaben auszutheilen, und die Vorsehung des Himmels nicht aufhöret, demselben günstige Umstände zur Erziehung in allen Theilen der Gelehrsamkeit zu schenken, so lange wird es eine unwiderlegliche Wahrheit bleiben, daß ein mit diesen Vortheilen beglücktes Frauenzimmer nicht unbescheiden handlet, wenn es sich in dem offnen Felde der Gelahrheit umsiehet, und zumal den schönen Wissenschaften ergiebet. Dadurch werden die Vorzüge, welche die Gesetze dem weiblichen Geschlechte gegeben, um ein grösseres erhoben, und in einen viel helleren Glanz gesetzet.

Finauer, Peter Paul: Allgemeines historisches Verzeichniß gelehrter Frauenzimmer, München1761, Vorrede, Geschrieben den 16ten des Brachmonats 1761, o.pag.

 

Prof. Dr. Susan Richter im Vortrag

Die seit dem Sommersemester 2019 von Frau Prof. Dr. Susan Richter besetzte Professur „Geschichte der Frühen Neuzeit“ setzt sich in Forschung und Lehre mit der historischen Rolle Europas in der Welt auseinander. Im Fokus stehen dabei die Kulturgeschichte des Politischen, globale Verflechtungen und ihre Aus- bzw. Rückwirkungen auf Wissens- und Sozialsysteme sowie Ökonomien in Europa. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die globale Ideengeschichte mit Forschungen zu Zeit und Zeitgeist.