Dr. Sebastian Schlund

Wissenschaftlicher Koordinator im Verbundprojekt des Collegium Philosophicum "Intersektionalität interdisziplinär"

Leibnizstraße 3, R. 222
Telefon: +49 431 880-6542
Telefax: +49 431 880-1524
s.schlund@collegiumphilosophicum.uni-kiel.de

Lebenslauf

Seit 2020: Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Geschichte des 19. bis 21. Jahrhunderts an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

2019: Post-Doc-Stipendiat am Deutschen Historischen Institut London

2016-2020: Wissenschaftlicher Koordinator im Verbundprojekt 'Intersektionalität interdisziplinär' des Collegium Philosophicum an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

2013-2016: Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Geschichte des 19. bis 21. Jahrhunderts an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

2012-2013: Wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Projekt 'Menschen mit Behinderung in Deutschland nach 1945' an der Professur für Globalgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts an der Universität Bamberg 

2004/5-2012: Studium der Neueren und Neuesten Geschichte und der Wissenschaftlichen Politik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Promotion

im Mai 2016 an der CAU Kiel mit einer Dissertation zum Thema "Behinderung" überwinden? Organisierter Behindertensport in der Bundesrepublik Deutschland (1950-1990)

Forschungsschwerpunkte

  • Disability History
  • Globalgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts
  • Vergleichende europäische Kolonial- und Imperialgeschichte
  • Intersektionalität
  • Geschichte des Sports

Habilitationsprojekt

Staatsbürgerschaft als intersektionales Konstrukt in Siedlungskolonien des 'langen' 19. Jahrhunderts

Das Forschungsprojekt befasst sich mit der Konstruktion und Implementierung von Staatsbürgerschaft in drei Siedlungskolonien des ‚langen‘ 19. Jahrhunderts. Die Fallbeispiele Australien, Deutsch-Südwestafrika und Französisch-Algerien werden in komparatistischer Perspektive in den Blick genommen. Dabei wird die Wahrnehmung staatsbürgerlicher Rechte als Mechanismus der Inklusion, Exklusion und gesellschaftlichen Hierarchisierung begriffen. Da der Vorenthalt bzw. die Erteilung staatsbürgerlicher Rechte maßgeblich von Ungleichheitskategorien wie Ethnizität, Gender, Klasse und Religion determiniert waren, wird Staatsbürgerschaft als eine intersektionale Container-Kategorie begriffen. Entsprechend ist es das Ziel der Studie, die unterschiedliche Zusammensetzung und hierarchisierende Wirkung des Containers Staatsbürgerschaft zu ergründen. Es wird davon ausgegangen, dass Staatsbürgerschaftskonzepte in Anlehnung an die Grundannahmen der Globalgeschichte als reziproke Aushandlungen zwischen ‚Metropole‘ und ‚Peripherie‘ entstanden. Mithin gilt es, die ‚koloniale Dimension‘ von Staatsbürgerschaft stärker als bisher in den Fokus zu rücken.

Publikationen

Monographie

Sebastian Schlund: "Behinderung" überwinden? Organisierter Behindertensport in der Bundesrepublik Deutschland (1950-1990), Frankfurt am Main/ New York 2017.

Herausgaben

in Vorbereitung: Herausgeberschaft des Special Issue 'Pride and Privilege? New Approaches to War Disability in the Twentieth Century' der Zeitschrift History. The Journal of the Historical Association (gemeinsam mit Dr. Stephanie Wright, Birkbeck College London, erscheint voraussichtlich 2021)

Aufsätze

Behindertensport, in: Hartwig, Susanne (Hg.): Behinderung. Kulturwissenschaftliches Handbuch, Stuttgart (erscheint 2021).

Von "Frontier", "Middle Ground" und "Indigenocide". Narrative des Kulturkontakts in Siedlungskolonien, in: Gabriele Lingelbach (Hg.): Narrative der Globalgeschichte (erscheint 2020 in der Reihe "Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien")

Dis/ability und Gender im westdeutschen Behindertensport. Eine intersektionale Analyse über die Konstruktion und Gegewartsrelevanz zeitgeschichtlich wirkmächtiger Ungleichheitskategorien, in: Cordula Nolte (Hrsg.): Dis/ability History Goes Public. Praktiken und Perspektiven der Wissensvermittlung. (erscheint im Juli 2020)

Zwischen "Dankespflicht" und Sparzwang. Zentrale Debatten der Kieler Kriegsopferfürsorge in der Weimarer Republik, in: Britta-Marie Schenk (Hg.): Im Gefolge des Wohlfahrtsstaates. 100 Jahre Kriegsopferfürsorge in Kiel, Husum 2020, S. 47-60.

Segregation oder Integration? Gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in der DDR, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 70, H. 1/2 (2019), 52-71. (gemeinsame mit Bertold Scharf und Jan Stoll)

Funktionswandel des westdeutschen Behindertensports zwischen therapeutischer Heilmaßnahme und selbstbestimmtem Freizeitverhalten (1945-1990), in: Gabriele Lingelbach / Anne Waldschmidt (Hg.): Kontinuitäten, Zäsuren, Brüche? Lebenslagen von Menschen mit Behinderungen in der deutschen Zeitgeschichte, Campus Verlag, Frankfurt 2016, S. 262-288.

Kompensation des "Makels"? Der organisierte Sport kriegsversehrter Männer in der Bundesrepublik Deutschland 1950 bis 1968, in: Bernhard Gotto/ Elke Seefried (Hg.), Männer mit "Makel". Männlichkeiten und gesellschaftlicher Wandel in der frühen Bundesrepublik (= Zeitgeschichte im Gespräch, Bd. 25), De Gruyter Oldenbourg, Berlin 2016, S. 49-61.

Disability History. Version 1.0; in: Docupedia-Zeitgeschichte, 8.07.2014. (gemeinsam mit Gabriele Lingelbach)

Rezensionen

Rezension zu Chibber, Vivek, Postkoloniale Theorie und das Gespenst des Kapitals, Berlin 2018, in: Neue Politische Literatur 2 (2020). Zum Text

Rezension zu Scholl, Stefan (Hrsg.): Körperführung. Historische Perspektiven auf das Verhältnis von Biopolitik und Sport, Frankfurt am Main 2018Zum Text                           

Rezension zu Müller, Marion/Steuerwald, Christian (Hrsg.): „Gender“, „Race“ und „Disability“ im Sport. Von Muhammad Ali über Oscar Pistorius bis Caster Semenya, Bielefeld 2017, in: Neue Politische Literatur 3 (2018), S. 424.

Rezension zu: Baynton, Douglas C.: Defectives in the Land. Disability and Immigration in the Age of Eugenics. Chicago 2016 , in: H-Soz-Kult, 04.05.2017. Zum Text

Rezension zu: Weinert, Sebastian: 100 Jahre Fürst Donnersmarck-Stiftung 1916–2016. Berlin 2016 , in: H-Soz-Kult, 28.09.2016. Zum Text

Vorträge

  • Staatsbürgerschaft als intersektionales Konstrukt in Siedlungskolonien des ‚langen‘ 19. Jahrhunderts, Vortrag im Rahmen des Kolloquiums des Deutschen Historischen Instituts London, 23. Juli 2019.
  • Zwischen „Middle Ground“ und „Indigenocide“. Narrative des Kulturkontakts in Siedlungskolonien, Vortrag im Rahmen der Tagung „Narrative der Globalgeschichte“, Historisches Kolleg München, 16. bis 18. Mai 2019.
  • Disability and Identity Construction through an Intersectional Lens, Vortrag im Rahmen der Fachkonferenz "Criptic Identities. Historicizing the Identity Formation of Persons with Disabilities Across the Globe", Leiden University, 20. bis 22. März 2019.
  • Dis/ability und Gender im westdeutschen Behindertensport. Eine intersektionale Analyse, Vortrag im Rahmen der Sektion „Dis/ability – Alltag – Geschlecht. Erkundungen im Feld der interdisziplinären Dis/ability History“ auf dem Deutschen Historikertag in Münster, 25. bis 28. September 2018.
  • Inclusion and Exclusion in West German Disabled Sports (1950-1990), Vortrag im Rahmen der Tagung „Inclusion and Exclusion: New Perspectives in History and Sociology. 10th Annual Seminar of the BGHS”, Universität Bielefeld, 5. bis 7. Juli 2018.
  • Disability Sports for all? Not quite! Modes of Integration and Segregation in West German Disability Sports (1950-1990), Vortrag im Rahmen des 19. ISHPES Kongresses, Sport For All. History of a Vision Around the World, Münster, 18. bis 21. Juli 2018.
  • Von Kategorien und Kreuzungen: Der Intersektionalitätsansatz in der Ungleichheitsforschung, Vortrag im Rahmen des sechsten Forschungstags des Collegium Philosophicum, 5. Juli 2017.
  • Geschichte des Behindertensports in der Bundesrepublik Deutschland (1945 – 1990), Vortrag im gemeinsamen Forschungskolloquium von Prof. Franz-Josef Brüggemeier und Prof. Willi Oberkrome an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, 15. Juli 2015.
  • Der organisierte Sport kriegsversehrter Männer in der Bundesrepublik Deutschland 1950-1968, Vortrag im Rahmen der Fachtagung "Männer mit Makel. Geschlechtsidentitäten und Gesellschaftsordnung in Deutschland und Europa nach 1945" am Institut für Zeitgeschichte München, 25. bis 26. Juni 2015.
  • Funktionswandel des westdeutschen Behindertensports zwischen therapeutischer Heilmaßnahme und selbstbestimmtem Freizeitverhalten, Vortrag im Rahmen der Tagung „Kontinuitäten, Zäsuren, Brüche. Die Lebenslage von Menschen mit Behinderungen in Deutschland nach 1945: Periodisierungsfragen der deutschen Zeitgeschichte aus interdisziplinärer Perspektive“ an der Universität Köln, 21. März 2014.

Auszeichnungen

Deutscher Studienpreis der Körber-Stiftung in der Sektion Geistes- und Kulturwissenschaften (2017).

Presse/Öffentlichkeit

Interview in der Sendung "Sport am Wochenende" (mit Marina Schweizer, deutschlandfunk). Zur Sendung

Interview mit der taz (Andre Zuschlag) Zum Text