Forschungsstellen

Forschungsstelle "Geschichte und kulturelles Erbe der Klöster und Stifte im Ostseeraum bis zur Reformation"

Team Klosterbuch
Das Klosterbuch-Team

 

Leitung: Prof. Dr. Oliver Auge

Oliver Auge

Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Koordination: Dr. Katja Hillebrand

Katja Hillebrand

Wissenschaftlicher Mitarbeiter: Dr. Andreas Kieseler

Andreas Kieseler

Wissenschaftlicher Mitarbeiter: Robert Harlaß, M.A.

Robert Harlaß

Wissenschaftliche Hilfskraft: Lea Melissa Möller, B.A.

Lea Melissa Möller

Wissenschaftliche Hilfskraft: Thore Schlott, B.A.

Thore Schlott

Wissenschaftliche Hilfskraft: Michelle Siewert, B.A.

michelle

 

 

 

Die Forschungsstelle Geschichte und kulturelles Erbe der Klöster und Stifte im Ostseeraum bis zur Reformation der Abteilung für Regionalgeschichte an der Christian-Albrechts-Universität widmet sich der interdisziplinären Aufarbeitung klösterlichen und stiftischen Lebens und Wirkens im Ostseeraum von den Anfängen im 9. Jahrhundert bis zur Auflösung der Institutionen im Zuge der Reformation.

Mönch

Abb. 1: Skulptur eines Dominikanermönche aus dem Burgkloster in Lübeck

 

Aufgaben

Die Forschungsstelle erarbeitet die Vielgestalt der Klöster, Stifte und Konvente und der dahinter stehenden religiösen Bewegungen im Ostseeraum anhand ihrer historischen Entwicklung, ihrer theologischen und kulturellen Entfaltung und Wirkung sowie ihrer Verfasstheit, Ordnung und Wirtschaftsweise. Dezidiert werden das religiöse und spirituelle Leben der geistlichen Institutionen erfasst, deren Stellung zur landesherrlichen und bischöflichen Politik erarbeitet und die engen lokalen Verflechtungen mit weiteren sozialen Gruppen in Form von Stiftungen und Memorialdiensten, Bildungsangeboten und karitativen Leistungen herausgestellt. Deutlich wird die wirtschaftliche Bedeutung der Institutionen, die nachhaltig den agrarökonomischen Ausbau der betreffenden Länder vorantrieben und dabei intensiv mit den sozialen Eliten kooperierten. Die bau- und stilgeschichtlichen Untersuchungen dokumentieren zum einen die engen Bezüge zur regionalen Architektur und zu heimischen Bauhütten und zum anderen den Einfluss, den die klösterlichen und stiftischen Großbauten auf die umliegende Bauentwicklung nahmen. Als Auftraggeber für die heimischen Werkstätten und Werkmeister nahmen die Klöster und Stifte aktiv teil am Kulturtransfer in diesem durch die Hanse geprägten Großraum rund um die Ostsee.

Zisterzienser

Abb. 2: Zisterzienserabtei in Løgum

Die Forschungsstelle arbeitet bei der Erforschung der monastischen Kultur eng mit weiteren Institutionen im Inland zusammen. Darüber hinaus hat sich ein internationaler Wissenschaftsaustausch und Arbeitszusammenschluss mit Forschungseinrichtungen in Dänemark, Schweden, Finnland und Polen sowie den Niederlanden entwickelt.

Im Rahmen der Tätigkeiten werden Vorträge und Exkursionen angeboten. Die Erstellung von Ausstellungen und die Kooperation mit kulturellen Einrichtungen bieten die Möglichkeit des WIssens- und Wissenschaftstransfers in die Öffentlichkeit. Darüber hinaus entstehen Publikationen für eine interessierte Leserschaft mit kulturhistorischer Ausrichtung. Auch erarebietet die Forschungsstelle zusammen mit Anbietern digitaler Wisensvermittlung Konzepte zur Bereitstellung von Inhalten und Informationen auf Internet-Seiten.

Chorstift Lübeck

Abb. 3: Tages- und Arbeitsraum im Augustiner-Chorfrauenstift Lübeck


Das Klosterregister/Klosterbuch Schleswig-Holstein und Hamburg

Im Zuge der Tätigkeiten an der Forschungsstelle entstand das reichbebilderte, zweibändige Klosterbuch Schleswig-Holstein und Hamburg, das im Oktober 2019 unter der Herausgeberschaft von Oliver Auge und Katja Hillebrand veröffentlicht wurde. Der Publikation ging eine 12-jährige Forschungsarbeit voraus, in der die Historie, das theologische Wirken, die Kloster- und Stiftskultur sowie die Wirtschaftsweise und die Verfasstheit der Institutionen in Schleswig-Holstein und Hamburg sowie im ehemalige Herzogtum Schleswig auf heute dänischem Staatsgebiet erstmals eine interdisziplinäre Bearbeitung fand. Der Betrachtungsraum reichte von den Anfängen monastischen und stiftischen Lebens im 9. Jahrhundert bis zur Aufhebung der behandelten Institutionen im Zuge der Reformation. Die weitreichenden Forschungsergebnisse zu jeder Niederlassung gingen ein in die 59 Einzelartikel des Klosterbuchs, die von einem internationalen Autorenteam erstellt wurden. 2020 wurde das Klosterbuch Schleswig-Holstein und Hamburg mit dem Preis der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte prämiert.

Eine Rezension zum Klosterbuch Schleswig-Holstein und Hamburg finden Sie hier

Eine weitere Rezension auf H-Soz-Kult und in der Historischen Zeitschrift finden Sie hier und hier

Eine Rezension zum Klosterbuch mit Bezug auf Open Access finden Sie hier

Eldena

Abb. 4: Ruine der Zisterzienserabtei Eldena

 

Das Klosterregister/Klosterbuch für Pommern

Seit Oktober 2020 widmet sich die Forschungsstelle einem neuen Projektschwerpunkt: dem Klosterregister/Klosterbuch für Pommern. Das Projekt ist auf 7 Jahre angelegt und wird in einem ersten Projektabschnitt, dem Klosterregister, die quellenkundliche Überlieferung, den Baubestand und die erhaltene sowie archivalisch überlieferte Sachkultur der 64 Klöster, Stifte, Konvente und Kommenden in der historischen Landschaft Pommern sammeln, dokumentieren und auswerten. Regional werden alle Institutionen im heutigen Vorpommern und in der Woiwodschaft Westpommern/województwo zachodniopomorskie bearbeitet. Diese erstmalige Bestandsaufnahme wird die vielfältigen Kontakte und engen Verbindungen Pommerns zu den weiteren Anrainerregionen der Ostsee verdeutlichen. Pommern partizipierte an einem sich ab dem 12. Jahrhundert festigenden Kultur- und Wirtschaftsraum rund um die Ostsee und prägte diesen durch die eigenen Entwicklungen und Errungenschaften entscheidend mit. An diesem Prozess hatten die geistlichen Orden und Gemeinschaften einen großen Anteil. Das Werden der historischen Landschaft Pommerns zeigt auf besondere Weise, die vielfältigen Wechselbeziehungen der Regionen im Ostseeraum.

 

Veranstaltungen

6. März 2020 Buchpräsentation des Klosterbuchs Schleswig-Holstein und Hamburg im Domgemeindehaus  Lübeck

24. Februar 2020 um 19.00 Uhr Buchpräsentation des Klosterbuchs Schleswig-Holstein und Hamburg im Preetzer Kloster

16. Oktober 2019 Erstpräsentation des Klosterbuchs Schleswig-Holstein und Hamburg in der Landesvertretung von Schleswig-Holstein in Berlin

9. Juni 2018 Informationsstand auf dem 2. Tag der schleswig-holsteinischen Geschichte

21. August bis 4. Dezember 2011 Ausstellung: Glauben, Wissen, Leben. Klöster in Schleswig-Holstein in der Landesbibliothek Kiel

4./5. November 2010  Tagung Klöster, Stifte und Konvente nördlich der Elbe. Zum gegenwärtigen Stand der Klosterforschung, in Schleswig-Holstein, Nordschleswig und den Hansestädten Lübeck und Hamburg in der Landesbibliothek Kiel (Tagungsbericht)

 

Veröffentlichungen

Das Klosterbuch für Schleswig-Holstein und Hamburg. Klöster Stifte und Konvente von den Anfängen bis zur Reformation, hg. von Oliver Auge und Katja Hillebrand, Schnell und Steiner-Verlag Regensburg 2019, 2 Bände, Hardcover, Fadenheftung, 1.600 Seiten, 1.088 zumeist farbige Abbildungen, Ladenpreis 120,00 €

1 

Klöster in Schleswig-Holstein, verfasst v. Oliver Auge und Katja Hillebrand, Wachholtz Murmann Publishers Kiel 2017,Hardcover, Fadenheftung, 136 Seiten, 134 zumeist farbige Abbildungen, Ladenpreis 24,80 €

2

Klöster, Stifte und Konvente nördlich der Elbe. Zum gegenwärtigen Stand der Klosterforschung in Schleswig-Holstein, Nordschleswig und den Hansestädten Lübeck und Hamburg, hg. v. Oliver Auge u. Katja Hillebrand, (Quellen und Forschungen zur Geschichte Schleswig-Holsteins, Bd. 120), Wachholtz Verlag Neumünster 2013, Softcover, 436 Seiten, 59 s/w u. farbige Abbildungen, Ladenpreis 34,00 €

3

Glauben, Wissen, Leben. Klöster in Schleswig-Holstein, hg. v. Jens Ahlers, Oliver Auge u. Katja Hillebrand, Kiel 2011, Hardcover, Fadenheftung, 328 Seiten, 277 zumeist farbige Abbildungen, Ladenpreis 32,00 €

4

 

Forschungsstelle "Kieler Gelehrtenverzeichnis"

Team

Leitung: Prof. Dr. Oliver Auge

Mitarbeiterin und Koordination: Karoline Liebler M.A. in Elternzeitvertretung für Karen Bruhn M.A.

Hilfskraft: Imke Rüter B.A.



Das Projekt Kieler Gelehrtenverzeichnis – Kieler Professorinnen und Professoren von 1919 bis 1965 – ist eine Online-Sammlung von Kieler Hochschulprofessoren (http://gelehrtenverzeichnis.de/). Das langjährige Forschungsprojekt bietet Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie der interessierten Öffentlichkeit die Gelegenheit, sich über die Viten und akademischen Werdegänge von knapp 1.150 Kieler Professorinnen und Professoren, die an der Uni von 1919 bis 1965 tätig waren, zu informieren.
Am 22. November 2017 wurde dem Projekt "Kieler Gelehrtenverzeichnis", namentlich den beiden Projektleitern Prof. Dr. Oliver Auge und Prof. Dr. Norbert Luttenberger sowie den beiden verantwortlichen Mitarbeitern Dr. Jesper Zedlitz und Dr. Swantje Piotrowski, in Anwesenheit eines stattlichen Publikums in den Räumlichkeiten der Hermann Ehlers Stiftung der Kai-Uwe von Hassel Förderpreis 2017 verliehen.

Aus der Preisurkunde: "... Die Stiftung würdigt mit der Verleihung des Förderpreises an das 'Kieler Gelehrtenverzeichnis' den Beitrag, den es zur Stärkung einer regionalen Identität leistet. Der Preis unterstreicht die vorbildliche interdisziplinäre Zusammenarbeit, die dem Projekt zugrunde liegt. Diese einmalige Plattform macht die Geschichte der CAU Kiel mit zukunftsorientierten Technologien öffentlich zugänglich und fördert als Ausgangspunkt für zahlreiche Qualifikationsarbeiten erfolgreich Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler."
Bis 2021 wird das Projektteam dem Auftrag des Präsidiums der CAU nachkommen, das Gelehrtenverzeichnis auszubauen und zu erweitern. So wird das Forschungsvorhaben „Mustergültig? Kieler Hochschulkarrieren in der NS-Zeit“ aktiv die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit der CAU Kiel vorantreiben. Darüber hinaus entstanden im Rahmen des Projektes unter anderem bereits drei Themenabende in den Sommersemestern 2017, 2018 und 2019 in der Universitätsbibliothek der CAU, die an die Bücherverbrennung in Kiel am 10. Mai 1933 erinnern sollen. Nähere Informationen zu den einzelnen Themenabenden finden Sie hier unter dem Punkt "Themenabende in Erinnerung an die Bücherverbrennung 1933 in Kiel".
Seit dem 15. März 2019 können auch alle bibliographischen Informationen zu den insgesamt 183 Professoren zwischen 1665 und 1815 ganz bequem online abgerufen werden.
Mit der aktuellen Erweiterung der frühneuzeitlichen Quellen- und Porträtsammlung nähert sich das Projekt dem Ziel einer umfassenden und vollständigen Darstellung der Kieler Professorenschaft schrittweise an und liefert somit einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der Universitäts- und Kulturgeschichte, der Kieler Stadtgeschichte sowie der gesamten Region.

Seit 2020 ermöglicht es die von Prof. Dr. Oliver Auge und Karen Bruhn digital herausgegebene Open-Access-Reihe "Kieler Studien zur Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte" (KSUW), die Ergebnisse aus hervorragenden Abschluss- und Qualifikationsarbeiten des wissenschaftlichen Nachwuchses, die im Umfeld des Kieler Gelehrtenverzeichnisses entstehen, zu publizieren. Ergänzt werden die Studien durch regelmäßige Gastbeiträge etablierter Historikerinnen und Historiker.

 

Weiterführende Literatur:

Oliver Auge/Karen Bruhn (Hrsg.): Abseits der Universität? Skandal, Terrorismus, Kriegsgefangenschaft in der Kieler Universitätsgeschichte des 20. Jahrhunderts, Kiel 2020. Universitätsverlag Kiel/Kiel University Publishing. Zur Online-Publikation

Swantje Piotrowski: Sozialgeschichte Kieler Professoren 1665-1815: Gelehrtenbiographien im Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Qualifikation und sozialen Verflechtung (Kieler Schriften zur Regionalgeschichte, Bd. 2), Kiel 2018.

Karen Bruhn: Das Kieler Kunsthistorische Institut im Nationalsozialismus. Lehre und Forschung im Kontext der «deutschen Kunst», (Kieler Werkstücke Reihe A: Beiträge zur schleswig-holsteinischen und skandinavischen Geschichte, 47), Frankfurt a.M. u.a. 2017.

Lisa Kragh: Kieler Meeresforschung im Kaiserreich. Die Planktonexpedition von 1889 zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit, (Kieler Werkstücke Reihe A: Beiträge zur schleswig-holsteinischen und skandinavischen Geschichte, 48), Frankfurt a.M. 2017.

Oliver Auge/Swantje Piotrowski (Hrsg.): 32 exzellente Köpfe aus 350 Jahren CAU. Ein studentisches Projekt, Kiel 2015.

Oliver Auge/Swantje Piotrowski (Gastherausgeberschaft): Jahrbuch für Universitätsgeschichte, 16: Schwerpunkt: Professorenkataloge 2.0 – Ansätze und Perspektiven webbasierter Forschung in der gegenwärtigen Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte, Stuttgart 2013, S. 143-339 [erschienen 2015].

Martin Göllnitz: Das 'Kieler Gelehrtenverzeichnis' in der Praxis. Karrieren von Hochschullehrern im Dritten Reich zwischen Parteizugehörigkeit und Wissenschaft, in: Jahrbuch für Universitätsgeschichte 16 (2013) [erschienen 2015], S. 291-312.

Oliver Auge/Swantje Piotrowski (Hrsg.): Gelehrte Köpfe an der Förde. Kieler Professorinnen und Professoren in Wissenschaft und Gesellschaft seit der Universitätsgründung 1665 (Sonderveröffentlichungen der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte, 73), Kiel 2014.

Friedrich Volbehr/Richard Weyl (Hrsg.): Professoren und Dozenten der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel: 1665–1954, Kiel 1956.

Otto Friedrich Wiegand (Hrsg.): Bibliographie zur Geschichte der Christian-Albrechts-Universität Kiel, 2. Bde., Kiel 1964–1981.