Das Klosterregister und Klosterbuch für Pommern

(Prof. Dr. Oliver Auge, Dr. Katja Hillebrand)

An der Forschungsstelle Geschichte und kulturelles Erbe der Klöster und Stifte im Ostseeraum bis zur Reformation beginnt ab Oktober 2020 die Arbeit am Projekt Klosterregister und Klosterbuch für Pommern. Das auf 7 Jahre angelegte Projekt wird das Leben und Wirken aller stiftischen und klösterlichen Einrichtungen sowie der semireligiosen Institutionen in der historischen Landschaft Pommern beiderseits der Oder in enger Kooperation mit den relevanten deutschen und polnischen sowie dänischen und schwedischen Forschungseinrichtungen umfassend interdisziplinär erarbeiten. Personell besetzt ist das Projekt zunächst mit zwei wissenschaftlichen Mitarbeiter/innen sowie einer studentischen und einer wissenschaftlichen Hilfskraft.

Das Forschungsprojekt wird in dieser Vollständigkeit erstmals Auskunft über die herausgehobene Bedeutung der monastischen und stiftischen Einrichtungen als Zentren religiösen, politischen, agrarökonomischen und kulturhistorischen Wirkens und Handelns geben. Aufgezeigt werden die engen Verflechtungen dieser Institutionen mit den Ordensniederlassungen im Reich sowie den Anrainerländern im Ostseeraum. Eingebunden in das europaweite Netzwerk der Orden förderten die Niederlassungen nachhaltig die Integration Pommerns in die europäische Geistes- und Sachkultur.

Die Projektarbeit wird alle 64 Klöster, Stifte, Konvente und Kommenden im heutigen Teil Vorpommern sowie in der heutigen Woiwodschaft Westpommern/województwo zachodniopomorskie erfassen. Der Untersuchungszeitraum reicht von den Anfängen der Klöster und Stifte im 12. Jahrhundert bis zu deren Aufhebung im Zuge der Reformation. Hierzu wird in einem ersten Projektabschnitt, dem Klosterregister für Pommern, von den Mitarbeitern/innen zu jeder Niederlassung ein möglichst auf Vollständigkeit hin angelegtes Literatur-, Quellen-, Denkmal- und Inventarverzeichnis erstellt. Es wird zudem ein Fotoarchiv angelegt, das die gewonnen Ergebnisse illustriert. Die wissenschaftliche Erarbeitung und Auswertung des Quellen- und Archivbestands, der bestehenden und vergangenen Bau- und Kunstwerke sowie der archäologischen Befunde wird die Grundlage für die Abfassung der Klosterbuchartikel bilden.

Im zweiten Projektabschnitt, dem Klosterbuch für Pommern, werde die gewonnen Ergebnisse den Autorinnen und Autoren, die aus den Bereichen Universität, Archivwesen, Denkmalpflege und kompetenter Laienforschung kommen, für die Abfassung der Klosterbuchartikel zur Verfügung gestellt. Aufgabe der Mitarbeiter/innen wird es sein, selbst Artikel zu verfassen, Kartenmaterial zu den Besitzungen und Einkünften der Einzelniederlassungen zu erstellen und die eingehenden Texte der Autorinnen und Autoren redaktionell zu bearbeiten.

Mit diesem Forschungsvorhaben wird ein in der Fachwelt seit Jahren angemahntes Forschungsdesiderat in Angriff genommen. Das Klosterbuch für Pommern wird als Standardwerk wie die bereits in der Fachwelt als unentbehrliches Arbeitsmittel angesehenen Klosterbücher zu Brandenburg, Mecklenburg, Nordrhein, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg, Westfalen sowie Württemberg eine wichtige Grundlage für die weitere monastische, aber auch regionalgeschichtliche Forschung sein. Es wird allen auf diesem Gebiet arbeitenden Kultureinrichtungen im Land als unverzichtbares Hilfsmittel zur Aufarbeitung dieses umfassenden Themenbereichs für die interessierte Öffentlichkeit dienen, womit das Handbuch einen wichtigen Beitrag zur Dritten akademischen Mission erfüllt: zur Bereitstellung von Forschungsergebnissen für die interessierte Öffentlichkeit.

Finanziert wird das Forschungsprojekt durch die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, den Vorpommern-Fonds und das Land Mecklenburg-Vorpommern.